In Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen stagnieren die Wasserstände, aber viele Deiche machen den Helfern immer noch Sorgen. Bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt warf die Bundeswehr aus Hubschraubern Sandsäcke ab, um einen bereits gebrochenen Deich zu stabilisieren.
Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem bleibt die Lage in Teilen des Landes dramatisch. Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck stehen mehr als 1000 Quadratkilometer in Sachsen-Anhalt unter Wasser. Das ist eine Fläche, die fast halb so groß wie das Saarland ist. Nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung ist der Deichbruch im Landkreis Stendal aber unter Kontrolle. Der Deich breche zumindest nicht noch weiter auf und die Fließgeschwindigkeit des aus dem Flussbett strömenden Wassers sei verringert worden.
Das Hochwasser fließt nun weiter Richtung Brandenburg und Norddeutschland. Ein eilig errichteter rund 3,5 Kilometer langer Notdeich im Havelland soll nun als Schutz gegen das Wasser dienen, das seit dem Bruch des Elbdeichs bei Fischbeck ins Hinterland strömt.
Die Eisenbahnbrücke im Landkreis Stendal wurde wegen Gefahr für die Brückenpfeiler gesperrt. Zugreisende müssen mit mehrstündigen Verspätungen rechnen. (Bild: picture alliance / dpa / Matthias Strauß)
"Bislang ist uns alles erspart geblieben, was in anderen Ländern die Wahrnehmung bestimmt hat", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erleichtert in Potsdam. Während andere Regionen überflutet sind, blieb Brandenburg bislang verschont. Der Pegelstand der Elbe ist stabil seit das Hochwasser Wittenberge in der Prignitz erreicht hat. Der Wasserstand pendelte sich mit 7,73 Meter auf einem historischen Rekord ein - was 29 Zentimeter über dem bisherigen Höchststand von 1880 liegt.
Nach den Berechnungen wird dies auch in den kommenden Tagen so bleiben. "Damit bleibt der Druck auf die Deiche enorm", sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement im Innenministerium. Der langgezogene Scheitel des Hochwassers soll Berechnungen zufolge etwa 40 Kilometer lang sein.
Der befürchtete Pegel von über acht Metern wurde in Brandenburg nicht erreicht. Dies ist vor allem der Flutung der Polder geschuldet. Entschärft wurde die Situation in Brandenburg aber auch durch Deichbrüche in Nachbarländern. Zudem hilft bislang ein Eisenbahndamm, das lAND vor dem Wasser zu schützen. Die Eisenbahnbrücke bei Hämerten bleibt deswegen auch weiter gesperrt. Außerdem sind mehrere ICE-Strecken der Bahn weiter lahmgelegt. Wie lange dies dauern wird, ist noch nicht absehbar. Auch mehrere Straßen sind gesperrt.
Brandenburgs Landesregierung sieht sich in seinem Vorgehen bestätigt. "Die Investitionen in den Deichbau und in die Retentionsflächen haben sich gelohnt", meint Umweltministerin Anita Tack (Linke). Rund 10 000 Hektar Polderflächen stehen in der Mark zur Verfügung, seit 1997 hat das Land rund 400 Millionen Euro für den Hochwasserschutz investiert. Hinzu komme die hohe Professionalität der Krisenstäbe in den Kommunen, betonte Platzeck.
Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch dürfte die Flutkatastrophe einen volkswirtschaftlichen Schaden von insgesamt etwa 12 Milliarden Euro verursacht haben. In der Politik begann eine Debatte über die Finanzierung der Milliardenschäden und den Ausbau des Hochwasserschutzes.
Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck regte einen Fluthilfefonds von Bund und Ländern an. Darüber solle am Donnerstag bei dem Treffen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen werden.
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Letzte Änderung: 12.06.2013 06:28 Uhr
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