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AKTUELL VOM 21.02.2006
Szenenbild aus "Tal der Wölfe" (Bild: Maxximum Film) Szenenbild aus "Tal der Wölfe" (Bild: Maxximum Film)

Streit um türkischen Actionfilm

Kontroverse Diskussion um "Tal der Wölfe" hält an

Die Diskussion um den umstrittenen türkischen Film "Tal der Wölfe" hält an. Der Verleiher des Films, Anil Sahin, wies die Forderung Edmund Stoibers nach einer Absetzung des Actionstreifens zurück und betonte, der bayerische Ministerpräsident spiele mit seiner Kritik der rechten Szene in die Hände.

CSU-Generalsekretär Markus Söder betonte dagegen, der Film sei in keiner Form zu akzeptieren. Er verknüpfte sogar die Forderung an die türkische Politik, sich von dem Film zu distanzieren, mit dem angestrebten EU-Beitritt der Türkei: "Wenn eine solche Distanzierung nicht erfolgt, stellt man wohl eher fest, dass der Film gut geheißen wird. Und so jemand kann nicht in die Europäische Union", betonte Söder.

Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin wies die Forderungen Edmund Stoibers nach einer Absetzung des Films scharf zurück. Stoiber verhalte sich wie die Regimes in den arabischen Ländern, die die europäische Pressefreiheit angreifen, sagte sie der "Netzeitung". Der bayerische Ministerpräsident falle "denjenigen in den Rücken, die westliche Werte gegen islamistischen Fundamentalismus verteidigen und macht damit auch noch Werbung für den Film". Zugleich mahnte sie die türkische Regierung, sich neutral zu verhalten und nicht weiter zum Anschauen des Films aufzufordern.

Ein Verbot des Streifens wäre kontraproduktiv, sagte der Ehrenvorsitzende der liberalen türkisch-deutschen Vereinigung, der FDP-Politiker Mehmet Daimagüler, im Deutschlandradio Kultur.

Bütikofer appelliert an Kinobetreiber


Grünen-Chef Reinhard Bütikofer appellierte an die Verantwortung der deutschen Kino-Unternehmer, kein Öl ins Feuer zu gießen. Man müsse in Deutschland nicht mit Antisemitismus und Antiamerikanismus Geschäfte machen.

In dem Film nehmen US-Soldaten eine türkische Eliteeinheit gefangen, woraufhin einer der türkischen Soldaten Selbstmord begeht. Ein türkischer James Bond nimmt Rache für seinen toten Kameraden. Die Amerikaner sind in diesem Fall die Bösen und werden als Menschenverächter ohne Pardon dargestellt. Außerdem sollen sie im Film in einen Handel mit Organen irakischer Häftlinge aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib verwickelt, der von einem jüdischen Arzt kontrolliert wird.

Wegen dieser Szene nannte der Filmkritiker Peter W. Jansen den Film "nicht nur antiamerikanisch, sondern antisemitisch". Ansonsten mahnte er zur Besonnenheit: der Film folge den Regeln des klassischen Hollywoodfilms für das Genre Actionfilm. Wer sich die Verteidigung der Pressefreiheit auf die Fahnen geschrieben habe, der müsse auch so einen Film ertragen können, sagte Jansen im Deutschlandradio Kultur.



Letzte Änderung: 22.02.2006 09:59 Uhr

 

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