Zum Inhalt
Zur Deutschlandfunk-Startseite
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
Zur DRadio-Wissen-Startseite
 
nach oben
AKTUELL VOM 04.08.2006
Ein libanesischer Polizist steht auf einer zerstörten Brücke nördlich von Beirut. (Bild: AP) Ein libanesischer Polizist steht auf einer zerstörten Brücke nördlich von Beirut. (Bild: AP)

EU verlangt Sicherheit für Hilfslieferungen in den Libanon

Dutzende Tote bei israelischem Luftangriff

Die Europäische Union hat die israelische Armee aufgefordert, Hilfskorridore zur Versorgung der libanesischen Bevölkerung zuzulassen. Der Beschuss bisher sicher geglaubter Straßen habe entscheidende Auswirkungen auf die humanitäre Hilfe, sagte der zuständige EU-Kommissar Louis Michel in Brüssel. Zugleich verlangte er Sicherheitsgarantien für die Hilfskräfte.

Auch die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über die Versorgungslage. Mehrere Hilfskonvois wurden inzwischen gestoppt.

Nach einer Reihe israelischer Luftangriffe ist der Libanon auf dem Landweg von Hilfslieferungen weitgehend abgeschnitten. Israelische Kampfflugzeuge bombardierten am Freitagmorgen vier Brücken an der Küstenstraße von Beirut nach Syrien. Dabei kamen nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes vier Zivilisten ums Leben. UNO-Hilfsorganisationen beklagten, das Hilfskonvois nun nicht mehr über Syrien in den Libanon fahren könnten.

Eine nach den Angriffen unpassierbare Straße nach Norden sei die "wichtigste Versorgungsroute" für Hilfsleistungen gewesen, kritisierte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingskommissariats UNHCR in Genf. Die Angriffe kämen einem Zerschneiden der "Nabelschnur" des Landes gleich. Auch ein Sprecher des UNO-Welternährungsprogramms beklagte, wegen der "bedeutenden Schäden" an der Straße werde es nicht mehr möglich sein, von Syrien aus Hilfsmittel nach Beirut zu transportieren. Die EU-Kommission bedauerte, dass eine sichere Route für Hilfskonvois getroffen worden sei.

Bei einem israelischen Luftangriff nahe der libanesischen Grenze zu Syrien wurden mindestens 25 Menschen getötet. Dabei soll es sich um Landarbeiter gehandelt haben. Im Südlibanon kamen bei Gefechten mehrere israelische Soldaten ums Leben.

Tote im Gazastreifen

Im Gazastreifen wurden nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern drei Palästinenser durch israelischen Beschuss getötet. Anwohner berichteten, am Morgen hätten israelische Soldaten Häuser durchsucht und zwölf Palästinenser festgenommen. Die Vereinten Nationen mahnten, angesichts der Kämpfe im Libanon "die Tragödie im Gazastreifen" nicht zu vergessen. Seit Beginn der israelischen Offensive vor mehr als einem Monat kamen nach UNO-Angaben 175 Palästinenser ums Leben.

Olmert wünscht sich Einsatz deutscher Soldaten

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sprach sich für den Einsatz deutscher Soldaten im Rahmen einer internationalen Friedenstruppe im Libanon aus. "Ich wünsche mir auch eine Beteiligung deutscher Soldaten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er habe dies auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt.

SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow reagierte zurückhaltend auf den Wunsch Olmerts. Der historische Zusammenhang im deutsch-israelischen Verhältnis und Kapazitätsfragen der Bundeswehr erschwerten eine Entscheidung, sagte Kolbow, Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium, im Deutschlandradio Kultur.

Helmut Schäfer, ehemaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt, übte scharfe Kritik an der Haltung der Bundesregierung im Nahost-Konflikt. Es sei ein "vollkommener Unsinn", sich aus falsch verstandener Staatsräson an israelischen Zielvorstellungen zu orientieren, sagte Schäfer im Deutschlandfunk. "Wer glaubt, mit Gewalt und dem Bruch der Genfer Konventionen könne er Frieden erreichen, der wird scheitern", betonte der Ex-Diplomat.

Rice hofft auf UNO-Resolution in den nächsten Tagen

In New York dauerten die Verhandlungen über eine Resolution des UN-Sicherheitsrates an. Sie hoffe auf eine Entschließung in den nächsten Tagen, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice dem Fernsehsender CNN. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy äußerte sich im BBC-Fernsehen optimistisch: Er glaube "mehr denn je", dass ein dauerhafter Waffenstillstand in greifbarer Nähe sei. Während die USA erst eine politische Lösung und dann einen Waffenstillstand fordern, will Frankreich eine sofortige Waffenruhe und erst dann eine politische Vereinbarung.

Russland, wie Frankreich und die USA ständiges Sicherheitsratsmitglied, forderte einen sofortigen Waffenstillstand. Das Andauern des Blutvergießens sei nicht mehr hinzunehmen, erklärte das Außenministerium in Moskau. Venezuela zog aus Protest gegen die israelische Offensive seinen Botschafter aus Israel zurück. Präsident Hugo Chávez beschuldigte Israel des "Völkermords" an Libanesen und Palästinensern.


Letzte Änderung: 10.02.2007 03:20 Uhr

 

JETZT IM RADIO

Deutschlandfunk

Seit 05:05 Uhr
Informationen am Morgen
Nächste Sendung: 09:00 Uhr
Nachrichten

mehr

Deutschlandradio Kultur

Seit 05:05 Uhr
Ortszeit
Nächste Sendung: 09:00 Uhr
Nachrichten

mehr

DRadio Wissen

Seit 05:05 Uhr
Fazit
Nächste Sendung: 06:00 Uhr
Die Welt in 100 Sekunden

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandfunk

Deutschlandradio Kultur

DRadio Wissen

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland in Duisburg

Sendezeit: 13.02.2012, 05:13

Abwahl Sauerland

Sendezeit: 13.02.2012, 05:10

Griechenland: Krawalle & Sparpaket verabschiedet

Sendezeit: 13.02.2012, 05:07

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link