Nach den Klimaschutz-Beschlüssen des G8-Gipfels in Heiligendamm sieht Bundesumweltminister Sigmar Gabriel besonders die Europäer gefordert. Jetzt müsse die EU die eigenen Klimaschutzziele auch durchsetzen, um gegenüber den Schwellen- und Entwicklungsländern glaubwürdig zu sein, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.
Leider gebe es in Europa Länder, die sich durch niedrigere nationale Klimaschutzziele Vorteile innerhalb der EU erhofften. Auch in Deutschland würden manche von der Union geführte Länder und das Bundeswirtschaftsministerium die Bemühungen um eine Emissionsreduzierung mitunter torpedieren. (Text / MP3-Audio)
Die Grünen-Parteichefin Claudia Roth sagte im Deutschlandfunk, nach den enttäuschenden G8-Beschlüssen müsse nun die Welthandelsrunde zur Entwicklungsrunde gemacht werden. Es gelte, den armen Ländern durch einen Subventionsabbau in den Industriestaaten Marktzugänge zu schaffen.
Dass die Staats- und Regierungschefs sich beim Klimaschutz auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt haben, sei "ein gutes Signal", sagte SPD-Chef Kurt Beck der "Bild am Sonntag". "Doch was mir fehlt, ist Substanz. Da ist noch viel nachzuarbeiten." Das Ziel, den Kohlendioxidausstoß bis 2050 zu halbieren, "müssen wir uns mindestens setzen", fügte Beck hinzu.
Die Beschlüsse von Heiligendamm sind nach Ansicht des Chefökonomen am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, ein großer Erfolg. So habe die USA nicht nur anerkannt, dass das Klimaproblem sehr ernst sei, sondern auch, dass der Klimaschutz notwendig und finanzierbar sei, sagte Edenhofer im Deutschlandradio Kultur (Text / MP3-Audio)
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, kritisierte die Afrika-Beschlüsse des G8-Gipfels als zu unverbindlich und ernüchternd. Man habe sich lediglich an alte Versprechen erinnert und sie wiederholt, sagte sie in der "Frankfurter Rundschau".
Karlheinz Böhm hält die Kritik der Industrieländer an Korruption in Afrika für ungerechtfertigt. In Europa habe es in den vergangenen Jahren Korruptionsaffären gegeben, die Dimensionen erreicht hätten, gegenüber denen die Skandale in Afrika geradezu lächerlich erscheinen würden, sagte Böhm, Gründer der Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" im Deutschlandfunk. (Text / MP3-Audio)
Die Hilfsorganisation Care Deutschland äußerte sich ebenfalls enttäuscht vom G8-Gipfel. Sprecher Thomas Schwarz mahnte im Deutschlandradio Kultur mehr Investitionen in das Bildungssystem und die Energieversorgung in Afrika an. (Text / MP3-Audio)
Letzte Änderung: 21.06.2008 03:20 Uhr
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