Das bayerische Schloss Neuschwanstein darf sich nicht mit dem Titel Weltwunder schmücken. Bei der Wahl der "Sieben neuen Weltwunder" unterlag das Märchenschloss von König Ludwig II. bei Füssen, wie die Initiative "Ein Weltwunder für Deutschland" mitteilte. Bei der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses am Samstagabend in Lissabon siegten die Chichen-Itza-Pyramide in Mexiko, die Chinesische Mauer, die Jesus-Statue in Rio de Janeiro, das Kolosseum in Rom, die Inka-Festung Machu Picchu in Peru, die Felsenstadt Petra in Jordanien und das Mausoleum Taj Mahal in Indien.
Die Initiative zur Kür neuer Weltwunder geht auf den Schweizer Abenteurer und Millionär Bernard Weber zurück. Er hatte die Menschen in aller Welt aufgerufen, sich per Internet, SMS oder Telefon an der Wahl der prachtvollsten Baudenkmäler der Neuzeit zu beteiligen. Auf der Internet-Seite seiner Privatstiftung (www.new7wonders.com) gingen nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Stimmen ein.
Schloss Neuschwanstein war der einzige Kandidat Deutschlands unter den insgesamt 20 Finalisten. Die UNESCO als Hüterin des Weltkulturerbes hatte sich von der Abstimmung distanziert. Sie hält diese für unseriös.
Anlass für die Abstimmung war, dass von den ursprünglich sieben Weltwundern der Antike, die um 200 vor Christus von dem griechischen Schriftsteller Philon von Byzanz aufgelistet wurden, nur noch die Pyramiden von Gizeh in Ägypten existieren. Die anderen, die Zeus-Statue in Olympia, der Artemis-Tempel in Ephesus, das Grabmal von Mausolos in Halikarnassos, die hängenden Gärten in Babylon, der Koloss von Rhodos und der Leuchtturm von Pharos in Alexandria, wurden durch Erdbeben oder Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit.
Letzte Änderung: 09.07.2007 10:21 Uhr
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