Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat den Bundestag aufgefordert, einer Verlängerung der Mandate für das Bundeswehr-Engagement in Afghanistan zuzustimmen. Es gebe keine Alternative zu den Einsätzen, wenn man eine Stabilisierung der Situation erreichen wolle, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Die Entwicklung in Afghanistan dürfe nicht isoliert betrachtet werden. Sie sei vielmehr auch für die Sicherheitslage in Europa wichtig.
In Berlin wird heute bei einer Trauerfeier der drei in Afghanistan getöteten deutschen Polizisten gedacht. Zu dem Gottesdienst am Nachmittag im Dom wird neben Innenminister Schäuble auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Ein weiteres Zeremoniell fand auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel statt.
Die Polizisten waren am Mittwoch bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ums Leben gekommen. Ihr Fahrzeug fuhr auf einen Sprengsatz. Ein weiterer Beamter wurde verletzt.
Der Stabschef der ISAF in Kabul, Generalmajor Bruno Kasdorf, hatte nach dem Anschlag eine Aufstockung der Internationalen Schutztruppe gefordert. Die Stabilität Afghanistans sei nicht nur durch die Taliban-Extremisten gefährdet, sondern zunehmend auch durch die Drogenkriminalität, sagte Kasdorf.
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Unterdessen wird aus Kabul die Entführung einer ausländischen Frau gemeldet. Nach Angaben des Innenministeriums verschleppten sie die bewaffneten Täter in einem Fahrzeug. Die deutsche Botschaft erklärte, sie prüfe derzeit noch Berichte, nach denen es sich bei der Entführten um eine deutsche Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation handeln soll.
Die Verhandlungen über die Freilassung der 19 südkoreanischen Geiseln in Afghanistan sollen nach Darstellung der radikal-islamischen Taliban gescheitert sein. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP in Ghasni, man werde jetzt über das Schicksal der Männer und Frauen entscheiden. Die Extremisten wollen die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus afghanischen Gefängnissen erreichen, was die Regierung in Kabul ablehnt. Die Südkoreaner waren am 19. Juli entführt worden. Die Taliban hatten zwei Geiseln erschossen.
Zwei weitere waren freigelassen worden.
Letzte Änderung: 20.08.2007 11:51 Uhr
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