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AKTUELL VOM 05.10.2007
Streikposten der GDL stehen auf dem Hauptbahnhof in Bremen. (Bild: AP) Streikposten der GDL stehen auf dem Hauptbahnhof in Bremen. (Bild: AP)

Keine Entwarnung für Bahnreisende

GDL erwägt weitere Streiks

Wegen des Streiks der Lokführer-Gewerkschaft GDL im Nah- und Regionalverkehr sind Millionen Kunden der Bahn am Freitag zu spät zur Arbeit gekommen. Durch den gezielt reduzierten Fahrbetrieb habe aber immerhin die Hälfte aller Züge fahren können, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Blockaden an kritischen Punkten des Schienennetzes seien verhindert worden.

Suckale forderte die GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Der Konzern halte an seinem Angebot von 4,5 Prozent mehr Geld plus bezahlter Mehrarbeit fest. GDL-Chef Manfred Schell wies dies erneut zurück. Die GDL will ihre Mitglieder möglicherweise am Dienstag erneut zu Arbeitsniederlegungen aufrufen. Am Wochenende und am Montag soll nicht gestreikt werden.

Die Bahngewerkschaft GDBA rief die Lokführer auf, nicht weiter zu streiken. Tarifkonflikte würden am Verhandlungstisch gelöst, sagte der stellvertretende GDBA-Vorsitzende Heinz Fuhrmann im Deutschlandfunk. Auch die Bahn müsse von weiteren Klagen absehen. (MP3-Audio)

Der dreistündige Ausstand vom Freitagmorgen hatte vor allem im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen zu Behinderungen geführt. Streiks im Fern- und Güterverkehr hatte das Arbeitsgericht Chemnitz der GDL untersagt.

Bahn-Personalvorstand Suckale lehnte im Deutschlandfunk ein neues Angebot an die GDL ab. Das Gerichtsurteil von Chemnitz habe die Rechtsauffassung der Bahn bestätigt, wonach die ursprünglich geplanten Streiks im Fern- und Güterverkehr unverhältnismäßig seien. (Text / MP3-Audio)

Kritik an Gerichtsentscheidung

Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI), Heide Pfarr, nannte die gerichtlich beschlossene Einschränkung der Streiks juristisch sehr problematisch. Die Richter dürften nur in die Streiktaktik einer Gewerkschaft eingreifen, wenn ein Missbrauch auf der Hand liege, was beim Streik der GDL nicht der Fall sei, sagte Pfarr im Deutschlandradio Kultur. Niemals liege Missbrauch wegen der Höhe der Forderung vor, betonte die Wissenschaftlerin der gewerkschaftsnahen Einrichtung. (Text / MP3-Audio)


Letzte Änderung: 21.06.2008 03:20 Uhr

 

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