Reisende müssen sich für den kommenden Donnerstag und Freitag auf massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr einstellen. Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte an, sie werde ihre Mitglieder von Donnerstag 2 Uhr morgens bis Freitag 8 Uhr zu bundesweiten Streiks im Regional- und S-Bahn-Verkehr aufrufen.
Als Grund für die geplante Arbeitsniederlegung nannte die GDL die Haltung der Deutschen Bahn. GDL-Vize Claus Weselsky warf dem Bahnvorstand vor, bislang keinerlei Kompromissfähigkeit gezeigt und kein verbessertes Angebot vorgelegt zu haben. Zudem übe der Bahnvorstand unverhältnismäßigen Druck auf die streikbereiten Lokführer aus.
Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch kritisierte, der kommende Streik werde entgegen der Ankündigung von GDL-Chef Manfred Schell erneut zu Lasten von Pendlern und Schülern gehen. Er forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zugleich kündigte Rausch einen Notfahrplan an.
Die Entscheidung darüber, ob die Lokführer künftig auch den Fern- und Güterverkehr bestreiken dürfen, steht noch aus. Das Landesarbeitsgericht Chemnitz will in einer Sitzung am 2. November über diese Frage verhandeln. Sowohl die Lokführergewerkschaft als auch die Bahn hatten Berufung gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Chemnitz eingelegt. Dieses hatte der GDL Streiks im Regionalverkehr, nicht aber im Fern- und Güterverkehr erlaubt.
Der Tarifkonflikt bei der Bahn ist seit Wochen festgefahren. Die GDL beharrt auf einen eigenständigen Tarifvertrag. Der Konzern hingegen fordert Verhandlungen auf Basis seines jüngsten Angebots. Am Donnerstag hatten die Lokführer den Regionalverkehr und den S-Bahn-Betrieb bestreikt. Dabei kam es vor allem in Ostdeutschland zu massiven Behinderungen. (Streiks am Donnerstag)
Letzte Änderung: 21.06.2008 03:20 Uhr
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