Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Israel umfassende Hilfe im Nahost-Konflikt zugesagt. Deutschland unterstütze die Bemühungen für eine Zwei-Staaten-Lösung, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert.
Die Zeit dränge, die Chance für eine Lösung des Konflikts mit den Palästinensern müsse jetzt genutzt werden, sagte Merkel. Sie sei froh, dass die Gespräche zwischen beiden Seiten nach der Friedenskonferenz von Annapolis vom Novemberfortgesetzt würden.
Olmert kündige ein energisches Vorgehen gegen den Terrorismus an. Die Angriffe auf Israel aus den palästinensischen Gebieten müssten eingestellt werden. Seine Regierung sei entschlossen, dem Terror aus dem Gazastreifen auf jede Art zu begegnen, sagte er.
Olmert äußerte zudem die Überzeugung, dass Teheran weiterhin am Bau einer Atombombe arbeitet. Zur Bekämpfung des iranischen Atomprogramms seien alle Optionen offen. Er forderte die internationale Staatengemeinschaft zu stärkeren Anstrengungen auf. Es müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, das Problem auf diplomatischem Weg zu lösen.
Auch Merkel betonte, den Konflikt mit Iran auf diplomatischem Weg beilegen zu wollen. Die Doppelstrategie der internationalen Gemeinschaft müsse aus Sanktionen einerseits und Angeboten zur Kooperation andererseits bestehen. Das iranische Volk aber dürfe dabei nicht an den Pranger gestellt werden.
Deutschland und Israel vereinbarten zudem eine regelmäßige Zusammenarbeit auf Regierungsebene. Merkel will im März anlässlich des 60. Jahrestags der Staatsgründung Israels mit mehreren Kabinettsmitgliedern zu Konsultationen nach Israel reisen.
(Sabine Adler berichtet über den Besuch Olmerts in Berlin, MP3-Audio)
Für den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Johannes Gerster, verfügt Deutschland allerdings nur über begrenzte Eingriffsmöglichkeiten im Nahost-Konflikt. "Deutschland kann keine Vermittlerrolle dort unten zwischen Israelis und Palästinensern übernehmen", betonte Gerster im Deutschlandfunk. Allerdings könne Deutschland stärker auf eine einheitliche Position in der Europäischen Union drängen. (Text / MP3-Audio)
Olmert war am Sonntag zu einem dreitägigen Aufenthalt in Berlin eingetroffen. Am Montag besichtigte er das Jüdische Museum und ließ sich durch die Ausstellung führen.
Letzte Änderung: 21.08.2008 03:20 Uhr
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