Die Olympische Fackel ist auf ihrer Reise zu den Spielen in Peking in San Francisco eingetroffen. Bei der Ankunft aus Paris, wo es am Vortag zu massiven Protesten gekommen war, standen auf dem Flughafen mehr als 500 Sicherheitskräfte bereit.
Vor der Ankunft der Flamme hatten drei Demonstranten mit einer spektakulären Aktion gegen Chinas gewaltsames Vorgehen in Tibet protestiert. Sie kletterten an der Golden Gate Bridge empor und enthüllten dort ein Transparent mit der Aufschrift "Free Tibet 08".
Für Mittwoch werden weitere Demonstrationen erwartet. Dann soll die Fackel, die zunächst an einen geheimen Ort gebracht wurde, auf einer etwa zehn Kilometer langen Route durch die Stadt getragen werden. Die Polizei kündigte ein massives Sicherheitsaufgebot an.
China verurteilte die "vorsätzlichen Störungen" während des bisherigen Laufes. "Keine Macht" könne den Lauf stoppen, erklärte das nationale Organisationskomitee in Peking.
Über die Zukunft des olympischen Fackellaufs berät am Donnerstag das Internationale Olympische Komitee. Auch der Abbruch des aktuellen Laufes wird nach Angaben des IOC nicht mehr ausgeschlossen. Das Komitee werde bei seinen Beratungen in Peking über die Route des Fackellaufs sprechen und aus dem bisherigen Ablauf die "notwendigen Schlussfolgerungen" ziehen, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge in Peking.
In Paris hatten China-Gegner am Montag den Fackelzug behindert und mehrfach aufgehalten. Er wurde daraufhin abgebrochen. Auch in London hatte es tags zuvor massive Proteste gegeben. Die Olympische Flamme war vor zwei Wochen in Griechenland entzündet worden und reist bis zum Beginn der Sommerspiele in Peking am 8. August durch fünf Kontinente.
Der Ehrenpräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) , Manfred von Richthofen, sprach sich im Deutschlandfunk für eine Lockerung des für Athleten geltenden Protestverbotes während der Wettkämpfe aus. In einer Demokratie groß gewordenen Sportlern könnten keine Vorschriften gemacht werden, sagte Richthofen. Die Androhung eines Ausschlusses von den Spielen sei keine sinnvolle Regelung. DOSB-Präsident Thomas Bach hält das Protestverbot des IOC für richtig. Es stehe aber jedem Sportler frei, sich politisch zu äußern. (Text / MP3-Audio)
Die deutsche Fechterin Imke Duplitzer will trotz der Kritik am Vorgehen Chinas gegen tibetische Freiheitsaktivisten an den Spielen in Peking teilnehmen. Nur vor Ort könne man als Athlet etwas bewirken, sagte Duplitzer im Deutschlandradio Kultur. Allerdings fahre sie nicht mit einem guten Gefühl nach Peking, betonte sie. Jeder, der einen Funken Menschlichkeit und Anstand in sich habe, müsse bei den Bildern, die man derzeit aus China empfange, ins Grübeln kommen. (Text / MP3-Audio)
Letzte Änderung: 16.10.2008 03:20 Uhr
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