Runde eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" hat der erste Hilfskonvoi der Vereinten Nationen auf dem Landweg Birma erreicht. Die Hilfsgüter seien über Thailand in das Land gelangt, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf mit. Zwei Lastwagen mit insgesamt 20 Tonnen Material, darunter Zelte und Plastikplanen, hätten ungehindert die Grenze passieren können.
Nach einem vorübergehenden Stopp am Freitag nahm das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen auch sonstige Hilfslieferungen an Birma wieder auf. Ein Sprecher des Welternährungsprogramms sagte in Bangkok, man bestehe aber darauf, die Verteilung der Güter selbst zu übernehmen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Hilfe tatsächlich den Betroffenen zugute komme. Nach Berichten aus Birma bevorzugt die Militärregierung bei der Versorgung der Opfer regimetreue Bürger.
Entgegen internationaler Appelle begann in weiten Teilen des Landes das umstrittene Referendum über eine neue Verfassung. Nur in den am schlimmsten betroffenen Gebieten wurde die Abstimmung um zwei Wochen verschoben. Auch die UNO hatte die Militärmachthaber aufgerufen, sich zunächst ganz auf die Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms zu konzentrieren.
Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth verlangte mehr Druck der Vereinten Nationen auf das Regime in Birma. Sie frage sich, warum UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon noch nicht vor Ort sei, um sich über die Lage zu informieren und bei der Militärjunta um Vertrauen zu werben, sagte Roth im Deutschlandfunk (Text / MP3-Audio)
Die USA und die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass durch den Zyklon und seine Folgen bis zu 100.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Von den 1,5 bis 2 Millionen notleidenden Menschen in Birma haben nach Angaben der UNO bisher erst rund eine halbe Million Hilfslieferungen erhalten.
Letzte Änderung: 17.11.2008 03:20 Uhr
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