Papst Benedikt XVI. hat in Australien den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche verurteilt. Diese Vergehen stellten einen schweren Vertrauensbruch dar und verdienten eine deutliche Verurteilung, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor Geistlichen in Sydney.
"Der Schmerz und das Leiden, das die Opfer ertragen haben, tut mir aufrichtig leid, und ich versichere ihnen, dass ich als ihr Pastor das Leiden teile", erklärte das Oberhaupt der Katholiken während einer Messe. Die Fälle von sexuellen Übergriffen auf Minderjährige durch Priester seien zutiefst beschämend.
Dadurch sei auch das Ansehen der katholischen Kirche beschädigt worden. Die Opfer sollten "Mitgefühl und Fürsorge erfahren, und die Verantwortlichen für diese Übel müssen vor Gericht gestellt werden", sagte der Papst.
Manchen Opferverbänden geht die Entschuldigung nicht weit genug. "Bedauern kann ein Anfang sein, aber wir wollen viel mehr sehen", sagte Chris MacIsaac, Vorsitzender der Opferschutzorganisation Broken Rites. Der Papst müsse seine australischen Bischöfe anweisen, nicht länger den Zugang von Missbrauchsopfern zu blockieren.
Nach Angaben der Organisation wurden in Australien bislang 107 Geistliche wegen sexueller Übergriffe verurteilt.
Der Jugendseelsorger der Diözese Köln, Pfarrer Mike Kolb, zog unterdessen eine positive Bilanz des Weltjugendtages. Man spüre die Wirkung, "wenn junge Menschen zusammenkommen und wenn neue Initiativen und Gedanken entstehen", sagte Kolb im Deutschlandfunk. (Text, MP3-Audio)
Letzte Änderung: 31.07.2008 15:27 Uhr
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