Die ersten Sommerspiele auf chinesischem Boden sind in Peking eröffnet worden. IOC-Präsident Jacques Rogge sagte, ein Traum werde wahr. Die dreieinhalbstündige Zeremonie war eine perfekte Inszenierung von Farben und Freude. Proteste wegen Chinas Missachtung der Menschenrechte fanden nur außerhalb des Stadions statt.
Das Deutschlandradio überträgt zahlreiche Wettkämpfe live im Internet. Das Olympia-Radio sendet ab morgen täglich: Von Montag bis Samstag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 16 Uhr sowie sonntags von 9 Uhr bis 11:00 Uhr und von 13:30 bis 16 Uhr.
IOC-Präsident Jacques Rogge gratulierte Peking: "China hat lange davon geträumt - heute Abend wird aus diesem Traum Wirklichkeit." Er bat die Athleten nicht zu vergessen, dass es bei den Spielen um mehr geht als einen Leistungswettbewerb, und rief sie auf, stets im Geist der olympischen Werte zu handeln: Höchstleistung, Freundschaft und Achtung.
Das chinesische Olympia-Komitee BOCOG (Bejing Organisation Commitee of the Olympic Games) hat im Vorfeld nicht zuviel versprochen: Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele war eine bunte und vibrierende Show mit vielen Farben und kreativen Elementen.
Der Reporter Alexander Bleick sprach von einem "sehr, sehr gelungenen Auftakt". Er schilderte im Deutschlandradio Kultur begeistert seine Eindrücke aus dem sogenannten Vogelnest. Aber auch außerhalb des Stadions war das leuchtende Spektakel, begleitet von einem farbenprächtigen Feuerwerk zu sehen.
Rund 11.000 Athleten aus aller Welt zogen bei der feierlichen Zeremonie ins Nationalstadion von Peking ein. Der chinesische Regisseur Zhang Yimou choreographierte das Ereignis, bei dem tausende Tänzer und Akrobaten die Geschichte und Kultur des Gastgeberlandes präsentierten. Das Motto der Wettkämpfe lautet "Eine Welt, ein Traum".
"Das ist eine Show, die die Welt noch nie gesehen hat", urteilte Berndt Schmidt, Intendant des Berliner Friedrichstadtpalastes, über die Choreographie. Und wagte die Prognose, dass es etwas Vergleichbares so bald nicht mehr geben wird. In Peking seien die drei Voraussetzungen für ein derartiges Massenspektakel zusammengekommen: China sei ein autoritäres Regime und eine Kulturnation, die über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt - und dankenswerterweise auf Propaganda komplett verzichtet habe. (Text)
Chinas Präsident Hu Jintao hatte die Olympischen Spiele als Gelegenheit zur internationalen Aussöhnung bezeichnet. Bei einem Empfang für mehr als 80 Staats- und Regierungschefs in Peking sagte Hu, die Welt habe niemals so viel gegenseitiges Verständnis und Toleranz benötigt. Er versprach zugleich Wettkämpfe von hoher Qualität und sicherte zu, sein Land werde sich an die Standards halten. Unter den Staatsgästen in der Großen Halle des Volkes waren auch US-Präsident Bush und sein französischer Kollege Sarkozy. Deutschland wurde durch Botschafter Schaefer vertreten.
US-Präsident George W. Bush hat indes für mehr Meinungs- und Religionsfreiheit in China geworben. Er sei fest davon überzeugt, dass sich Gesellschaften, die den freien Ausdruck von Ideen zuließen, zu den wohlhabendsten und friedlichsten entwickelten, sagte Bush in Peking. er nahm auch an der Eröffnungsfeier teil.
Der chinesische Botschafter in Deutschland, Ma Canrong, hat unterdessen Kritik an der Menschenrechtslage in seinem Land zurückgewiesen. In China habe es in den vergangenen Jahren diesbezüglich erhebliche Fortschritte gegeben, sagte Ma im Deutschlandfunk. Tatsächlich sei die Menschenrechts-Situation heute die beste seit der Staatsgründung. Der Botschafter räumte zugleich ein, dass es weitere Fortschritte geben müsse. Dabei sei Druck aus dem Ausland aber schädlich.
Die Diskussion um die Menschenrechtslage in China begann bereits mit der Vergabe der Spiele - ebenso wie die Hoffnung, dass sich die Situation durch das Ereignis verbessern wird.
Nach offiziellen Angaben sind rund 100.000 Polizisten und Soldaten zur Eröffnung der Spiele im Einsatz. Die Menschenrechtsgruppe 'Reporter ohne Grenzen' rief die chinesische Regierung über einen Piratensender zur Freilassung aller politischen Gefangenen auf. Das Programm in Chinesisch, Englisch und Deutsch sei in mehreren Bezirken Pekings zu hören gewesen, teilte die Organisation mit.
Akrobaten und Tänzer zeigten die chinesische Kultur in verschiedenen Facetten. Sie reichten von den Mythen der Vergangenheit bis hin zum Wiederaufstieg der vergangenen Jahrzehnte. Einen Teil der teilnehmenden Akteure stellte die Volksbefreiungsarmee.
Als erstes Team zog die griechische Mannschaft in das Olympiastadion ein. Deutschland kam - auf Grundlage des chinesischen Alphabets - an 198. Stelle. Fahnenträger war der Basketballspieler Dirk Nowitzki sein.
In der Antike herrschte zur Zeit der Olympischen Spiele übrigens der "Olympische Friede": eine dreimonatige Waffenruhe, die die unbeschwerte Anreise von Teilnehmern und Gästen sicherstellen sollte. Das diese in der heutigen Zeit leider nicht mehr gilt, zeigen auf tragische Weise die Unruhen in der georgischen Provinz Südossetien.
Der Deutschlandfunk berichtet unter anderem in Sport Aktuell sowie in Sport am Samstag und Sport am Sonntag über die Olympischen Spiele.
Im Deutschlandradio Kultur ist unter anderem folgende Berichterstattung zu den Olympischen Spielen geplant.
11.8.: Chinesische Presseschau - Was schreiben die chinesischen Medien über die Olympischen Spiele? Gespräch mit Jin Ye-Gerke, Lektorin für Chinesisch an der Uni Bonn.
12.8., 14.07 Uhr: Mit Reiskörnern zum Erfolg: von Hightech-Schuhen und Mikrofaser-Trikots - Sportbekleidung als Garant für Olympisches Gold. Gespräch mit Jochen Tensfeldt, emeritierter Professor an der Akademie für Mode und Design Hamburg.
Tipp: Mehr zu den Ereignissen in Peking erfahren Sie In unserem Olympia-Schwerpunkt. Darüber hinaus gibt es im Audio-Bereich ausgewählte Beiträge zum Nachhören.
Einen Medaillenspiegel finden Sie auf den Webseiten des ZDF
Letzte Änderung: 12.08.2008 09:40 Uhr
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