In den USA findet derzeit die Präsidentschaftswahl statt. Der Demokrat Barack Obama liegt in allen Umfragen weiter vor dem Republikaner John McCain. Erste Teil-Ergebnisse sollen zwei Stunden nach Mitternacht vorliegen. Wegen der verschiedenen Zeitzonen schließt das letzte Wahllokal am Mittwochmorgen um sechs Uhr mitteleuropäischer Zeit.
Insgesamt haben sich etwa 153 Millionen Amerikaner in die Wahllisten eintragen lassen. Das sind mehr als 73 Prozent der Stimmberechtigten. Etwa 29 Millionen Bürger nutzten nach Behördenangaben die Möglichkeit, schon vor Öffnung der Wahllokale ihr Votum abzugeben.
Zum Auftakt des Wahltages konnte Obama einen kleinen Sieg verbuchen. In der Gemeinde Dixville Notch in New Hampshire votierten 15 Wahlberechtigte für den Demokraten, auf den Republikaner McCain entfielen sechs Stimmen. In den vergangenen 40 Jahren holten in dem Wahllokal stets die Republikaner die Mehrheit.
Um 12 Uhr MEZ öffneten die Wahllokale in mehreren Bundesstaaten an der Ostküste. Wenn um 3.00 Uhr MEZ gleich in zwölf weiteren Staaten die Stimmabgabe abgeschlossen wird, könnte die Entscheidung darüber, wer die Nachfolge von George W. Bush antreten wird, gefallen sein.
Aus dem US-Bundesstaat New Jersey wurden Probleme gemeldet. In einigen Wahlkreisen hätten die Bürger auf Stimmzettel aus Papier ausweichen müssen, da die Wahl-Computer nicht funktionierten. Im Bundesstaat Virginia lehnte es ein Richter ab, zur Bewältigung des großen Andrangs die Öffnungszeiten einiger Wahllokale zu verlängern. Eine Gruppe von Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagte, bei ihrer Arbeit in Florida behindert worden zu sein. Die US-Behörden hätten dem Team mitgeteilt, dass es nur ein einziges Wahllokal besuchen dürfe, sagte der FDP-Bundestagsabgeordnete Meinhardt, der die Delegation begleitet. Eine solche Einschränkung sei inakzeptabel.
Ausschlaggebend für die Wahl sind die sogenannten "Battleground States". Dazu gehören unter anderem Virginia (Schließung der Wahllokale um 1.00 Uhr MEZ), Ohio (1.30 Uhr MEZ), Florida und Missouri (2.00 Uhr MEZ), North Carolina (2.30 Uhr MEZ), Colorado und New Mexico (2.30 Uhr MEZ) sowie Iowa und Nevada (4.00 Uhr MEZ).
In Virginia und North Carolina lagen über mehrere Jahrzehnte die Republikaner vorn. In Virginia prognostizieren Umfragen nun einen Erfolg der Demokraten. Auch in Florida und Ohio deutet sich ein Sieg von Obama an. Lediglich in den "Battleground States" Indiana und North Carolina liegt McCain noch vor seinem Konkurrenten.
Der Präsident der Vereinigten Staaten wird nicht direkt vom Volk gewählt, sondern durch ein Wahlfrauen und -männerkollegium. Die Stimmen aus dem sogenannten "Electoral College" verteilen sich nach dem Prinzip "the winner takes it all".
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Letzte Änderung: 14.05.2009 03:20 Uhr
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