Historischer Triumph für Barack Obama: Bei der US-Präsidentschaftswahl konnte sich der Kandidat der Demokraten mit deutlichem Vorsprung gegen den Republikaner John McCain durchsetzen. Damit zieht erstmals in der Geschichte der USA ein Afroamerikaner ins Weiße Haus ein. Der 47-Jährige konnte deutlich mehr als die 270 erforderlichen Wahlmänner auf sich vereinigen.
In einer ersten Rede nach dem Wahlsieg betonte Obama: "Der Wandel ist nach Amerika gekommen." Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg, sagte er vor 100.000 Anhängern in seiner Heimatstadt Chicago.
Zugleich betonte er, seine Regierungszeit beginne in einer Zeit großer Herausforderungen mit zwei Kriegen, der schwersten Finanzkrise seit fast 100 Jahren und einem Planeten in höchster Gefahr. Obama beschwor seine Landsleute, über die Parteigrenzen hinweg für das Wohl der Nation zusammenzuarbeiten.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain räumte seine Niederlage ein. Er habe seinem Kontrahenten in einem Telefongespräch zu seinem Wahlsieg gratuliert, sagte McCain. "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen. Der Fehler liegt bei mir nicht bei Euch", sagte er von seinen Anhängern. Auch Amtsinhaber George W. Bush gratulierte Obama.
Barack Obama wird am 20. Januar 2009 gemeinsam mit seinem Vize Joe Biden den Amtseid in Washington ablegen. Als 44. Präsident der Vereinigten Staaten löst Obama den Republikaner Bush nach dessen achtjähriger Amtszeit ab.
Die Wahl Obamas trägt nach Ansicht von Karsten Voigt, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit bei. Wesentliche Aufgaben werden der Klimawandel, das iranische Atomprogramm und die Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise sein, sagte Voigt im Deutschlandfunk.
Den Grundstein für seinen Triumph hatte Obama mit einer Reihe von Siegen in den sogenannten "Swing States" gelegt. Der schwarze Senator aus Illinois setzte sich in den hart umkämpften Staaten Florida, Virginia, Ohio und Pennsylvania gegen McCain durch.
Jackson Janes von der John Hopkins Universität in Washington sieht in der Kür von Obama zum neuen US-Präsidenten eine wichtige Richtungswahl im 21. Jahrhundert. Sein Wahlsieg spiegele die amerikanische Fähigkeit wider, "neu zu denken und neue Wege zu gehen", sagte Janes im Deutschlandradio Kultur.
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz, geht davon aus, dass Obama im Umgang mit den Verbündeten stärker als sein Vorgänger auf Diplomatie setzen wird. Allerdings würden die USA auch "fordernder" auftreten und beispielsweise ein stärkeres Engagement in Afghanistan verlangen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandradio Kultur.
Die Beteiligung am Urnengang war im Vergleich zu anderen Wahlen sehr hoch. In einzelnen Staaten lag sie zwischen 70 und 80 Prozent. Insgesamt sind 213 Millionen Amerikaner wahlberechtigt. Beim Urnengang bildeten sich zum Teil lange Schlangen vor den Wahllokalen. In mehreren Fällen kam es zu Verzögerungen, weil falsche Wahlzettel oder Wählerlisten vorlagen. Zudem kritisierten einige Bürger, dass es nicht genügend Wahlautomaten gegeben habe.
Auch im Senat und im Repräsentantenhaus konnten die Demokraten ihre Mehrheit ausbauen. Die Demokraten konnten sechs Republikaner von ihren Mandaten verdrängen und acht Sitze erobern, bei denen der bisherige republikanische Abgeordnete nicht mehr antrat. Umgekehrt mussten sie nur drei Sitze räumen.
Bei der Wahl von 35 der 100 Sitze im Senat gelang es demokratischen Kandidaten, entscheidende Mandate zu erobern, die bisher von den Republikanern gehalten wurden.
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Letzte Änderung: 15.05.2009 03:20 Uhr
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