Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Neuauszählung der Stimmen bei der iranischen Präsidentenwahl verlangt. Die Menschen- und Bürgerrechte müssten vollständig respektiert werden, erklärte Merkel in Berlin. Sie fordere die Regierung in Teheran nachdrücklich auf, friedliche Kundgebungen zuzulassen und keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden.
Inhaftierte Oppositionelle sollten freigelassen und eine unabhängige Berichterstattung ermöglicht werden, betonte die Kanzlerin. Zuvor hatten sich führende iranische Politiker - darunter Staatschef Mahmud Ahmadinedschad und Parlamentspräsident Ali Laridschani - jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten verbeten. Zugleich wurde eine Überprüfung der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland, den USA, Frankreich und Großbritannien angekündigt. Zudem forderten die iranischen Behörden einen BBC-Korrespondenten auf, binnen 24 Stunden das Land zu verlassen.
Bei den Zusammenstößen am Samstag sind nach amtlichen Angaben mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Das Staatsfernsehen machte "terroristische Gruppen" für die Unruhen verantwortlich.
Der bei den Parlamentswahlen unterlegene Präsidentschaftskandidat Mir Hussein Mussawi teilte auf seiner Internetseite mit, er stehe grundsätzlich hinter dem System der Islamischen Republik. Allerdings müsse der Iran von Lüge und Unredlichkeit gesäubert werden.
Letzte Änderung: 28.12.2009 03:20 Uhr
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