Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine positive Bilanz des G8-Treffens gezogen. Die G8-Staaten hätten sich im Hinblick auf die Wirtschaftskrise und den Klimaschutz zu ihrer Verantwortung bekannt, sagte Merkel zum Abschluss des dreitägigen Treffens.
Alle Teilnehmer seien sich darin einig gewesen, dass kein Land allein die derzeitigen Probleme lösen könne, so Merkel weiter. Die Welt sei ein Stück zusammengerückt. Nach den Gesprächen mit den afrikanischen Ländern zur Bekämpfung des weltweiten Hungers bekräftiget Merkel zugleich, dass Deutschland seine Entwicklungshilfe trotz der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung nicht kürzen werde. Auch die anderen Industrienationen würden zu ihren Verpflichtungen stehen. Man wolle den armen Ländern ein Stück entgegenkommen.
Am dritten und letzten Tag ihres Treffens verständigten sich die Staats- und Regierungschefs unter anderem darauf, in den kommenden drei Jahren bis zu 20 Milliarden Dollar für Maßnahmen gegen den Hunger in der Welt auszugeben. Mit dem Geld soll die Landwirtschaft in den ärmsten Staaten unterstützt werden (Eva Bahner berichtete in den "Informationen am Mittag" im Deutschlandfunk über den G8-Gipfel MP3-Audio).
Merkel wertete die Gespräche zum Klimaschutz als einen deutlichen Fortschritt. Es sei einhellig akzeptiert worden, dass ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad verhindert werden müsse. Damit gebe es erstmals einen festen Rahmen für die weitere Arbeit.
Am Donnerstag hatten sich die G8-Länder gemeinsam mit wichtigen Schwellenländern wie China und Indien auf ein Klimaziel verständigt. Sie bekannten sich dazu, dass die Erderwärmung auf zwei Grad beschränkt werden soll. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, blieb aber offen.
US-Präsident Barack Obama wertete die Klimaschutzziele der G8-Staaten als historischen Konsens. Man sei sich einig gewesen, dass die entwickelten Länder verpflichtet seien, die Führung zu übernehmen, sagte Obama. Ausdrücklich räumte er auch eine Mitschuld seines Landes an der Erderwärmung ein. In der Vergangenheit hätten es die USA versäumt, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Nun müssten Industriestaaten und Schwellenländer beim Ziel zusammenarbeiten, den Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte, es gebe keine mittelfristigen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase. Damit sei eine einmalige Gelegenheit verpasst worden.
In einer Erklärung sagten die G8-Staaten zu, die sogenannte Doha-Runde zum Abbau von Handelsschranken im nächsten Jahr abzuschließen. Ferner bezeichneten sie eine Zwei-Staaten-Lösung als Schlüssel für einen Frieden im Nahen Osten. Außerdem appellierten sie an den Iran, den Streit über sein Nuklearprogramm im Dialog zu lösen.
Letzte Änderung: 17.01.2010 03:20 Uhr
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