Zum Inhalt
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
 
nach oben
FAZIT - KULTURPRESSESCHAU

KULTURPRESSESCHAU

04.09.2012

Von Arno Orzessek

Wir könnten jetzt schwuppdiwupp mit dem Zitieren beginnen - wenn wir nur wüssten, wie man dieses eine Wort in der Überschrift der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG betont.

Was meinen Sie, liebe Hörer? Muss es wohl heißen "Der Sound des Rocknrollmops" - oder doch: "Der Sound des Rocknrollmops"?

Aber ob so oder so: Den Fisch gleichen Namens hat auf jeden Fall die Songtexterin Arezu Weitholz erschaffen, deren Fischgedicht-Band "Mein lieber Fisch" nun als Hörbuch vorliegt. Eingesprochen haben es Hella von Sinnen, Herbert Grönemeyer, Esther Schweins und andere Promis.

SZ-Hörbuchrezensent Jens Bisky zeigt sich darüber "höchst vergnügt" und serviert seinen Lesern als Kostprobe das Gedicht "Fischstäbchen 1". Es handelt vom aquatischen Todesfall eines Kiemenatmers in Anglernähe und geht so:

"'Der Hunger wurmte ihn so schlimm / da biss er an, jetzt isser hin.'"

Ähnliches muss man am Ende bekanntlich auch über manch fettleibigen Homo sapiens sagen. Was nun aber nicht zu ernsthaften Diät-Erörterungen überleiten soll, sondern zu "Mike&Molly", der amerikanischen Comedyserie über Fettleibige.

Unter dem Titel "Kein Senf, kein Käse, kein Trinkgeld" schreibt Nina Rehfeld in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:

"In der Serie reagieren die Protagonisten auf die Dickenwitze, die auf sie einprasseln, mal mit scharfen Retourkutschen, mal mit Augenrollen, mal mit deprimierter Miene. Aber leid tut man sich hier nicht. 'Du hast einfach nur schwere Knochen, Schatz', sagt Mollys Mutter [ ... ], und Molly entgegnet: 'Schwere Knochen schwabbeln nicht, Mom!'" -

"Kleine belegte Brötchen backen", heißt in der Tageszeitung DIE WELT nicht etwa ein Tipp zum Abnehmen, sondern Eckhard Fuhrs Besprechung von Andreas Dresens Dokumentarfilm "Herr Wichmann aus der dritten Reihe".

In dem Streifen geht's um den Politiker Henryk Wichmann, der Insidern schon aus "Herr Wichmann von der CDU" bekannt ist - einem Film, der laut Fuhr "ohne den leisesten Zungenschlag der Denunziation" davon erzählt, wie Wichmann vor zehn Jahren vergeblich versucht hat, den Bundestagswahlkreis Uckermark/Oberbarnim zu gewinnen.

Im neuen Dresen-Werk lernt man die Arbeit des Landtagsabgeordneten Wichmann und seinen Wahlkreis kennen, der - wie WELT-Autor Fuhr betont - "groß und menschenleer ist und zu einem guten Teil unter Naturschutz steht".

"Eben deshalb [so Fuhr] ist der Film auch besonders komisch, verzweifelt komisch manchmal, aber auch befreiend komisch, wenn man sieht, dass kein Nest zu abgelegen und kein Anliegen zu banal sein kann für einen wie Wichmann. So wird Dresens Film zur Hymne auf solchen stillen Helden des politischen Alltags."

Lieber Eckhard Fuhr: Auch wenn Sie es nicht beabsichtigt haben, hören wir hier doch den leisen - Loriotschen - Zungenschlag der Denunziation heraus. Von wegen 'kein Nest zu abgelegen für einen wie Wichmann'. -

Cineasten sei außerdem die Bernd Eichinger-Sonderseite der SZ empfohlen.

Tobias Kniebe hat in dem biografischen Erinnerungsbuch "BE" von Eichingers Witwe Katja "zwölf überraschende Erkenntnisse" gefunden, präsentiert sie den SZ-Lesern und lässt sie von der Autorin kommentieren ...

Darunter auch den Umstand, dass sich Eichinger in den 80er Jahren bei der Auswahl der Huren auf dem Straßenstrich am Sunset Boulevard von seiner Assistentin Anna Gross helfen ließ. Kommentar Katja Eichinger:

"'Es gibt wohl keinen Fetisch oder keine erotische Begierde, der [Bernd] nicht nachgegangen wäre. Diese Bedingungslosigkeit hat ihn ausgemacht. Ich fand das attraktiv. Bernd wusste, was es heißt zu begehren. Er wusste auch, wie schwierig es ist, tatsächliche Befriedigung unserer Begierden zu erlangen.'"

Das dazu. - Leider bleibt uns nur eine Zeile, um den 100. Geburtstag von John Cage zu würdigen. Für die WELT war er "der große Schweiger und der Konstrukteur des Zufalls".

Zum Abschluss ein zweites Fisch-Gedicht von Arezu Weitholz, nachzulesen in der SZ:

"'Im Bauch der Nacht träumte der Karpfen vom Fliegen / Aufgewacht ist er geräuchert - im Liegen.'"


 

RELATED LINKS

Mehr zur Sendung:

JETZT IM RADIO

Deutschlandradio Kultur

Seit 06:00 Uhr
Nachrichten
Nächste Sendung: 06:15 Uhr
Länderreport

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandradio Kultur

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Fazit

Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons

Sendezeit: 21.05.2013, 23:53

Versailles: "Le Vaisseau Fantôme" und "Fliegender Holländer",

Sendezeit: 21.05.2013, 23:48

Protesttag gegen Kulturabbau in Sachsen-Anhalt

Sendezeit: 21.05.2013, 23:41

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link