Über
"eine neue Warnung des Club of Rome"
berichtet Urs Hafner in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG: Bereits vor vierzig Jahren warnte der norwegische Ökonom Jorgen Randers in seiner aufsehenerregenden Studie "Die Grenzen des Wachstums" davor, die Ressourcen der Erde weiterhin maßlos auszuzplündern.
"Er habe die letzten vierzig Jahre vergeblich für mehr Nachhaltigkeit gekämpft,"
sagt Randers. Nun hat er ein neues Buch geschrieben:
"2052 - eine globale Prognose für die nächsten vierzig Jahre. Randers liefert darin"
- so das Urteil in der Neuen Zürcher Zeitung -
"eine unspektakuläre, plausibel erscheinende Prognose, die sich wohltuend von den Vorhersagen der vielen Selbstdarsteller abhebt, die seit 1972 das Feld der sogenannten Zukunfts- und Trendforschung bestellen."
Die große Mehrheit der Menschen wird weiterhin in Armut leben müssen, sagt der Ökonom voraus, und die Klimaveränderung werde sich ab der Jahrhundertmitte vermehrt durch Kriege und Flüchtlingsströme bemerkbar machen. Zwei Provokationen hält er in seiner Negativprophetie bereit. Als Kostprobe hier die eine:
"Er empfiehlt Eltern, ihre Kinder frühzeitig in die Internetwelt einzuführen, statt mit ihnen die Natur zu erkunden. So würden sie sich nicht an etwas gewöhnen, was sie einmal schmerzlich würden vermissen müssen, beispielsweise die Erfahrung, durch weite, wilde Wälder gewandert zu sein."
Das Sachbuch von Jorgen Randers ist jetzt in deutscher Übersetzung im Oekom-Verlag erschienen.
"In unseren Breiten redet es sich leicht über den Glauben, ist Kritik und Satire in jeder Form möglich,"
lesen wir in einem Kommentar in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. In Afghanistan oder Ägypten gilt das nicht.
"Dort wird Respekt vor der Religion verlangt. Im Zeitalter digitaler Medien gibt es aber keine getrennten Kommunikationsräume mehr."
Daran stößt sich nun der weltweite Anspruch islamistischer Religionshüter und
"trifft unbarmherzig kritische Geister in islamischen Ländern und in aller Welt. Darin liegt der wahre Skandal,"
betont der Kommentator in der FAZ.
"Ein Gebot der Klugheit ist es natürlich, auf sinnlose Provokation zu verzichten, von der Aufstachelung zum Hass nicht zu reden. Wer dem aber allein mit dem Gebot des 'Respekts' begegnet, redet aus Angst vor der Auseinandersetzung der Selbstzensur das Wort."
Alan Poseners Protest gegen die gewaltsamen Vorgänge in Bengasi in der Tageszeitung DIE WELT klingt verbittert:
"Sie beißen in die ausgestreckte Hand des Westen. Die Anschläge gegen die USA beweisen: Gerade den Helfenden wird die Hilfe übel genommen. Die Tatsache, dass er helfen kann, beweist doch seine Überlegenheit, also seine Hassenswürdigkeit."
So weit diese Stimme zu den jüngsten Protesten der arabischen Welt gegen das Video "Innocence of Muslims",
"dessen Urheber wir uns nicht als besonnenen Menschen vorstellen können. Als Amerikaner ägyptischer Herkunft und koptischen Glaubens hätte er um die Gefahren, die sein Machwerk heraufbeschwört, besonders wissen müssen,"
meint die FAZ.
"Kein Geld für den Louvre - Frankreich fängt an zu sparen,"
teilt die Tageszeitung DIE WELT mit. Johannes Wetzel zählt auf, was zu den Opfern der jüngsten Sparpolitik unter Holland zählen wird.
"Das Kulturbudget soll um drei Prozent sinken."
Mehrere Projekte stehen vor dem Aus, so das von Ex-Staatspräsident Sarkozy als seine persönliche Hinterlassenschaft gewünschte, umstrittene Geschichtsmuseum.
"Aufgegeben sind auch ein für Ende 2013 angekündigtes Museum für Fotografie in Paris und eine weitere Spielstätte der Comédie Francaise. Dass in Frankreich kaum jemand über einen 'Kulturinfarkt' klagt,"
so vermutet der Autor,
"hängt mit dem besonderen Glauben an die Kraft von Kunst und Kultur zusammen."
Die Kultur mache Frankreichs Attraktivität aus, betonte Kulturministerin Filipetti in einem Interview, in dem sie gleichzeitig die
"bitteren Pillen"
des Sparens bekanntgab.
Mehr zur Sendung:
Beiträge zum Nachhören
Fazit
Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons
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