"Cinema for Peace lädt zur Vorführung des Mohammed-Schmähfilms in Berlin ein und sofort wieder aus"
informiert die BERLINER ZEITUNG. Selbst diesem Artikel, der sich um Klarheit bemüht, entnimmt man ein gewaltiges Durcheinander. Immerhin lesen wir darin den Satz
"alle Berliner Kinos verweigern ihre Unterstützung für den Film 'Die Unschuld der Muslime'.
Die Mitarbeiterin von Cinema for Peace, Carolina Zishiri, bemüht sich um Schadensbegrenzung. Sie sagt auf Anfrage:
"Wir werden den Film nicht zeigen und veranstalten stattdessen eine Expertendiskussion zum Thema Religion und Meinungsfreiheit. Um den Film wird sowieso viel zu viel Aufhebens gemacht,"
fügt sie hin zu. Daniel Kothenschulte fasst zusammen:
"Was auch immer am 1. Oktober in Berlin veranstaltet wird, das Central-Kino erfuhr erst durch Presse-Anfragen von dem Vorhaben. Es hat die im Rahmen einer Filmreihe geplante Veranstaltung storniert."
Ebenfalls in der BERLINER ZEITUNG sagt Tariq Ramadan im Gespräch mit Michael Hesse:
"Der Schmäh-Film dient als Vorwand für innerislamische Kämpfe."
Der 1962 in Genf geborene Ramadan, Schweizer Islamwissenschaftler ägyptischer Herkunft, mahnt zu Gelassenheit. Auf die Frage, was die Muslime tun sollten, rät er,
"sie sollten auf Distanz gehen und jene Menschen und das, was sie tun, einfach ignorieren."
Bei den Reaktionen in der muslimischen Welt auf Schmähungen des Propheten Mohammed im Film
"handelt es sich eindeutig um eine Überreaktion. Die Gewalt darf man in keiner Weise tolerieren, … es ist unislamisch. Ich appelliere an das Bewusstsein der Muslime, dass sie diesen emotionalen Ausbruch nicht folgen."
Den Film zu verbieten, sei es zu spät, meint Ramadan. Stattdessen gehe es darum,
"im Westen darüber zu diskutieren, wie man mit einer kleinen Gruppe von Menschen umgehen will, welche die noblen Rechte wie Meinungsfreiheit für ihre Zwecke nutzen."
Auch zum Vorhaben des Pariser Magazins "Charlie", erneut Mohammed-Karikaturen zu zeigen, äußert er sich kritisch:
"Es ist einfach nur dämlich und geht nur darum, möglichst für viel Aufmerksamkeit zu sorgen. Es geht hier nur um Provokation, obwohl sie genau wissen, was im Augenblick in der Welt passiert."
In der Wochenzeitung DIE ZEIT meint Özlem Topcu zur Erregung um den Schmähfilm:
"Ein Verbot wäre ein Fehler, und die Verlierer dieses Verbots wären am Ende die deutschen Muslime. Warum? Zuallererst ist die Meinungsfreiheit natürlich existentiell wichtig für dieses Land - selbst wenn es sich hier ohne Zweifel um einen Drecksfilm handelt, der nur den Zweck hat, Menschen zu verletzen."
Auf Salman Rushdies Autobiografie schauen die Feuilletons mit großer Aufmerksamkeit. FRANKFURTER RUNDSCHAU und BERLINER ZEITUNG nennen ihn
"einen Märtyrer der Meinungsfreiheit".
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG macht uns Mut mit der Überschrift:
"Es gibt doch Rettung in der Dichtung"
und schreibt:
"Rushdie erzählt in seinen Memoiren 'Joseph Anton' die Geschichte seines Lebens unter der Fatwa. Er tut es sachlich, beinahe bescheiden und voller Begeisterung für den literarischen Betrieb."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG berichtet von der Premiere des Buches in New York. Dort forderte der Autor den Westen auf,
"endlich Mut im Umgang mit streitbaren Kulturen zu finden. Rushdie beschwört die Lehren seiner indischen Kindheit und die Erfahrung seiner Flucht vor dem Tod, um den Westen an die Werte zu erinnern, die ihn ausmachen. Der Mann, der Joseph Anton war, versichert uns, dass er eine gute Geschichte zu erzählen hat. Über ein Leben, das nicht gut war."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG berichtet: Jetzt bekommt die Haus Casa di Goethe in Rom
"neue Räume, eine historische Bibliothek und zeigt bislang nie ausgestellte Goethe-Zeichnungen."
Sehr sympathisch zu lesen:
"Wer in das Museum will, muss klingeln, als wollte er einen Privatbesuch machen."
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Beiträge zum Nachhören
Fazit
Kulturpresseschau
Sendezeit: 25.05.2013, 23:50
Frankfurt: "Unendliche Annäherung" - Kongress und Festival über die "Romantik"
Sendezeit: 25.05.2013, 23:44
Internationale Kunstmesse arte BA in Buenos Aires
Sendezeit: 25.05.2013, 23:38
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