Glauben, Lieben und verfehlte Nähe. Der Roman "Das dreizehnte Kapitel" von Martin Walser erzählt von einer Leidenschaft zwischen einem Schriftsteller und einer Theologin. Eine zufällige Begegnung in Berlin wird zu einer großen Leidenschaft in Briefen.
Der Schriftsteller Basil sieht in der attraktiven Theologin Maja eine Seelenverwandte, seiner vorsichtigen Annäherung "Sehr verehrte Frau" folgt ein vertrautes "Du" und ein leidenschaftliches "Liebste", das sie in "Lieber Liebster" steigert.
Zwischen Übermut und gelebtem Alltag mit den angetrauten Ehepartnern wachsen Misstrauen und Zerwürfnis. Als Maja mit ihrem schwer erkrankten Ehemann nach Kanada aufbricht, entwickeln sich mit steigender Entfernung neue Nähe und Vertrautheit.
Martin Walser, im März 85 Jahre alt geworden, zeigt sich in überbordender Schreiblust, seinem Opus Magnum "Muttersohn" folgte die Selbstvergewisserung "Über Rechtfertigung". Nunmehr tritt er erneut als Erzähler hervor. Sein Briefroman ist auch ein Buch über das Schreiben: "Der Roman, ein Sachbuch der Seele" heißt es da und "Unsere Buchstabenketten sind Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit".
Links bei dradio.de:
Eine Katharsis
Martin Walser: "Leben und Schreiben. Tagebücher 1974 - 1978", Rowohlt Verlag, Reinbek, 590 Seiten
Goethe im dritten Frühling
Martin Walser: "Ein liebender Mann". Rowohlt Verlag, Reinbek 2008, 288 Seiten
Ein Gestrüpp bizarrer Einfälle
Buch der Woche: Martin Walser: "Muttersohn", Rowohlt Verlag, Reinbek 2011
Beiträge zum Nachhören
Das Blaue Sofa
Das Blaue Sofa: Udo Bermbach "Mythos Wagner"
Sendezeit: 17.03.2013, 15:01
Das Blaue Sofa: Ilko-Sascha Kowalczuk "Stasi konkret"
Sendezeit: 17.03.2013, 14:30
Das Blaue Sofa: Hans Christoph Buch "Baron Samstag oder das Leben nach dem Tod"
Sendezeit: 17.03.2013, 14:01
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