Die Szene der Großstadtgärtner wächst - wo lässt sich das besser beobachten als in Leipzig, der Heimatstadt der Schrebergärten? Nicht nur die Nachfrage nach den klassischen Lauben ist hier ungebrochen, überall sprießen auch neue Formen der urbanen Landwirtschaft aus dem Betonboden: Nachbarschaftsgärten, interkulturelle Gärten, Stadtgärten und Gemeinschaftsgärten. Manche mit Lehmofen und Insektenhotel, andere mit Hühnerstall und Eiswagen.
Und dann sind da noch die Guerillagärtner. Sie brauchen kein abgestecktes Beet, sondern bepflanzen das, was sie vor der Haustür finden: Verkehrsinseln, Baumscheiben, Betonkübel oder vergessene Hinterhöfe.
Ob eigenes Beet oder gemeinsames Gärtnern, ökologischer Gemüseanbau oder farbenfrohe Blütenpracht - hinter all den Gärten verstecken sich unterschiedliche Überzeugungen und Utopien.
Für Insekten, Bienen und Schmetterlinge spielt das keine Rolle. Sie fliegen jede bunte Blumenwiese an. Die wird mittlerweile sogar als "Leipziger Mischung" vermarktet: 45 verschiedene Sorten Wildblumen und Gräser aus der Region - in einem Samentütchen vereint. Inklusive der Zutaten für das berühmte Leipziger Allerlei: Wilde Möhre, grüner Spargel und Platterbsen.
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