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PROGRAMMTIPP DEUTSCHLANDRADIO KULTUR
 
Konzert  02.10.2012 · 20:03 Uhr
Ein undatierter Kupferstich des Komponisten Georg Friedrich Händel (Bild: AP) Ein undatierter Kupferstich des Komponisten Georg Friedrich Händel (Bild: AP)

Das Schönste, Grausamste und Berührendste

Händels Oratorium "Israel in Ägypten" aus London

"Das Schönste, Grausamste und Berührendste, das ich je gehört habe", so beschrieb Prinzessin Amelia Sophie die Musik zu "Israel in Ägypten". Händel hatte in diesem Oratorium auf Musik aus der Trauer-Ode für das Begräbnis von Königin Caroline, Amelias Mutter, zurückgegriffen. In der Londoner St Paul Church wurde die ungekürzte dreiteilige Fassung aufgeführt.

Eigentlich heißt das Stück "Israel in Egypt", denn es wird englisch gesungen. Georg Friedrich Händel war der erste Komponist englischsprachiger Oratorien. In den 1730er Jahren kamen in England italienische Opern ein wenig aus der Mode, und Händel sah im Oratorium eine gute Gelegenheit, seine Erfahrung und sein Talent in einer neuen Art der Unterhaltung zu bündeln, die nicht ganz so teuer wie eine Operninszenierung sein würde: man bräuchte kein Bühnenbild, keine Kostüme und auch keine kapriziösen Diven. Die dramatischen Effekte würden allein getragen von Orchester und Chor, aus dem sich auch die Solisten rekrutieren könnten.

In den meisten Oratorien Händels sind biblische Dramen vertont um moralische Konflikte ihrer Protagonisten: "Saul", "Samson", "Esther", "Theodora". Zwei Ausnahmen gibt es: "Der Messias" und "Israel in Ägypten". Beide haben weder eine Handlung im konventionellen Sinne noch eine zentrale Hauptfigur. "Israel in Ägypten", uraufgeführt 1739, wurde eigentlich erst lange nach Händels Tod populär, als die viktorianischen Chorgesellschaften die vielen großartigen und virtuosen Chöre dieses Oratorium für sich entdeckten.

Thema des Oratoriums ist die aufregende alttestamentarische Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Im ersten Teil beklagen die Israeliten den Tod Josephs. Der zweite Teil "Exodus" erzählt von der Knechtschaft der Israeliten und den Plagen, mit denen Gott die Ägypter straft. Im 3. Teil werden die Geschehnisse des zweiten Teils rekapituliert, die den Israeliten die Freiheit gebracht haben. Und Gottes Allmacht wird gepriesen.



St Paul Church Knightsbridge London
Aufzeichnung vom 21.05.2012


Georg Friedrich Händel
"Israel in Ägypten"
Oratorium in 3 Teilen
für Soli, Chor und Orchester

Emma Tring, Sopran
Margaret Feaviour, Sopran
Cherith Milburn-Fryer, Alt
Robert Johnston, Tenor
Christopher Bowen, Tenor
Edward Price, Bass
Jamie W. Hall, Bass
BBC Singers
St James's Baroque Ensemble
Leitung: David Hill

nach dem 2. Teil ca. 21:25 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

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