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PROGRAMMTIPP DEUTSCHLANDRADIO KULTUR
 
Konzert  30.11.2012 · 20:03 Uhr
Atos Trio (Bild: Gela Megrelidze) Atos Trio (Bild: Gela Megrelidze)

Haydn & Dvorák im Doppelpack aus London

Zwei Konzerte aus der Wigmore Hall

Im Rahmen der Euroradio-Konzertsaison gab es am 29. Oktober und 19. November dieses Jahres zwei Konzerte in der Londoner Wigmore-Hall, die jeweils ein Klaviertrio von Joseph Haydn und eines von Antonín Dvořák vorstellen. Im Ersten waren Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras und Alexander Melnikov die Interpreten, im Zweiten spielte das Atos Trio.

Von den über 30 Klaviertrios Joseph Haydns gehören die letzten, in den Jahren 1794 bis 96 für seinen Londoner Verleger Longman & Broderip entstandenen, zu seinen bedeutendsten Werken dieser Gattung. Das D-Dur Trio Nr. 38 widmete der Komponist seiner Londoner Schülerin Rebecca Schroeter, der Witwe des königlichen Musikmeisters Samuel Schroeter, der eine Liebesbeziehung zu Haydn nachgesagt wird. Das Klaviertrio Nr. 43 in C-Dur trägt eine Widmung an Therese Jansen, die 1795 in die mit dem Komponisten befreundete Familie Bartolozzi eingeheiratet hatte. Das sie eine ausgezeichnete Klavierspielerin gewesen sein muss, erkennt man an dem dominierenden Klavierpart dieses Trios.

Antonín Dvořák hat insgesamt sechs Klaviertiros komponiert, die beiden ersten aber vernichtet. In den beiden Londoner Konzerten erklingen das erste und dritte Trio. Mit letzterem (und dem vierten) Trio begründete er gemeinsam mit Smetana einen spezifisch tschechischen Typus dieser Gattung. Das erste Trio wurde 1875 beendet und stand immer im Schatten der letzten beiden, die zum Standardrepertoire der Kammermusik gehören. Am f-Moll-Trio, das mit ca. 40 Mintuen das umfangreichste der vier ist, hat Dvořák am allerlängsten und härtesten gearbeitet. Die Tatsache, dass der sonst bei ihm übliche Satz "Bohu Diky" (Gott sei's gedankt) am Ende der Partitur fehlt, deutet auf die kritische Umbruchphase hin, in der sich der Komponist 1883 befand.



Wigmore Hall, London
Aufzeichung vom 29.10.2012

Joseph Haydn
Klaviertrio Nr. 38 D-Dur Hob. XV:24

Antonín Dvořák
Klaviertrio Nr. 3 in f-Moll op. 65

Isabelle Faust, Violine
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Alexander Melnikov, Klavier

ca. 20:55 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Wigmore Hall, London
Aufzeichung vom 19.11.2012

Joseph Haydn
Klaviertrio Nr. 43 C-Dur Hob. XV:27

Antonín Dvořák
Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 21

Atos Trio:
Annette von Hehn, Violine
Stefan Heinemeyer, Violoncello
Thomas Hoppe, Klavier

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