Dessau - Berlin- Paris - New York - welch ein Aufstieg! Kurt Weill hat ihn geschafft. Er war glücklich im amerikanischen Music-Business - das unterschied ihn deutlich von den vielen anderen vertriebenen Künstlern aus Deutschland und Europa. Dem Broadway-Schaffen des vielseitigen Dessauer Komponisten widmet sich das diesjährige Weill-Fest.
Drehte sich in den vergangen Ausgaben bei "Berlin im Licht" und "Hommage à Paris" alles um die ersten beiden Wirkungsstätten Kurt Weills, so führt das aktuelle Festival nach New York - zu der letzten Heimat Kurt Weills und seinem außerordentlich erfolgreichen Wirken am Broadway.
Nachdem der Komponist zwei Jahre im Pariser Exil verbracht hatte, nutzte er 1935 die Gelegenheit, die sich durch die Zusammenarbeit mit Max Reinhard an "Weg der Verheißung" ("The Eternal Road") ergab, zur Emigration in die USA, da die Premiere in New York geplant war. Gemeinsam mit Lotte Lenya begann Kurt Weill damit innerhalb weniger Lebensjahre in einer dritten Weltstadt ein quasi neues Leben.
Für den deutschen Komponisten - immerhin war er Schüler des Spätromantikers Engelbert Humperdinck - war der Broadway der Ort großer Erfolge. Für diese Bühnen schuf er viele seiner für das Genre bedeutenden Werke - dort fand er die Zukunft der Amerikanischen Oper. Mehrere hundert Aufführungen haben seine Werke jeweils erlebt - allerhöchste Anerkennung genoss er für seine Arbeit.
Dass insbesondere in Deutschland viele Musik- und Kultur-Akteure das große Vermächtnis der Musik Weills noch nicht erkannt haben, dem abzuhelfen hat sich der diesjährige Artist-in-Residence James Holmes verschrieben. Unter seiner Leitung eröffnet das Festival mit einem wahren Broadway-Feuerwerk - begleitet wird er dabei von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die auf dem Feld der "Leichten Klassik" zu den besten ihrer Zunft gehört.
Die Solisten bringen gleichsam den Glanz New Yorks, der Werke Weills und seiner prominenten Zeitgenossen mit sich, handelt es sich bei ihnen doch allesamt um Gewinner des von der "Kurt Weill Foundation for Music" international ausgeschriebenen "Lotte Lenya Competition".
Kurt-Weill-Fest
Kurt Weill Fest 2013
Eröffnungsabend
live aus dem Anhaltischen Theater Dessau
Ein Broadway-Galakonzert
Werke von Aaron Copland, Kurt Weill, George Gershwin, Leonard Bernstein und Richard Rogers
Solisten: Maria Failla, Analisa Leaming, Jacob Keith Watson, Richard Todd Adams und Michael "Tuba" McKinsey
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Leitung: James Holmes
ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten
Beiträge zum Nachhören
Konzert
Gespräch Calin Peter Netzer "Childs Pose"
Sendezeit: 16.02.2013, 21:10
Bundespolitische Reaktionen auf Niedersachsen-Wahl
Sendezeit: 20.01.2013, 21:16
dradio-Recorder
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