Er hat Maßstäbe gesetzt für das literarische Kabarett. Seine Lieder sind bissig, skurril, witzig, politisch, philosophisch. Sie verstören, verführen, rütteln auf. Sie wurden skandalisiert, verboten oder boykottiert.
Viele Lieder hat Georg Kreisler immer wieder umgeschrieben und aktualisiert. Viele bleiben zeitlos. Manche, wie das Taubenvergiften im Park, sind sehr lange her und hängen ihm an wie Schaumgold.
Georg Kreisler verabscheut die Schubladen, in die man ihn steckt. Kabarettist? Er glaube nicht, dass er je Kabarettist war, schreibt Kreisler in den "Letzten Liedern", seiner Autobiografie. "Hoffentlich nicht!", setzt er nach.
Seit Mitte der 80er-Jahre schreibt Georg Kreisler nur noch Lieder ohne Musik: Romane, Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Gedichte. Er dirigiert und arrangiert und inszeniert. Und er komponiert Musicals und Opern samt Libretto. Ein Künstler zu sein heißt für ihn, gegen Missstände aufzubegehren, die Absurdität des Lebens freizulegen.
Sein ganzes Leben sei er ein Kämpfer gewesen, schreibt Kreisler, ob er wollte oder nicht. "Warum sind die Leute so feige?", singt er, "dafür gibt es doch gar keinen Grund".
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