Wie eine lange weiße Wolke erschien den Polynesiern dieses Land am Horizont, das sie Aotearo nannten. Die Maori hielten nichts von Büchern. Ihre Aufzeichnungen trugen sie im Gesicht. Tätowierungen gaben Auskunft über Stammeszugehörigkeit und Rang.
Als die Missionare kamen, etwa tausend Jahre später, hielten die Krieger stand. James Busby, der Gesandte des Gouverneurs von New South Wales, Australien, fixierte 1840 im englischen Original des Vertrags von Waitangi die Unterwerfung der Maori unter die Krone ihrer Majestät. Die Übersetzung aber sprach von Staatlichkeit und Souveränität.
Was folgte, waren die Neuseelandkriege und die Entwicklung einer schriftlichen Tradition bei den Maori.
Einwanderer, Seefahrer und Emigranten beflügeln seither die Literatur des Landes, dessen Eingeborene sich nie unterkriegen ließen. Das Ende der Welt war immer Ausgangspunkt zur Reise nach England.
Wir folgen den Seereisenden. Katherine Mansfield zog 1903 nach London und sehnte sich ihr Leben lang nach Neuseeland zurück. Der Booker Prize an Keri Hulmes 'The Bone People' gut 80 Jahre später würdigt die Maori nun auch in der Literatur. Anthony McCarten reiste nach Europa und schrieb Bestseller mit Kiwi-Blick: 'Liebe am Ende der Welt'.
Kein Wunder, dass diese Nation am Ende der Welt zur Projektion von Mittelerde und zum Experimentierfeld vieler Poeten, Schriftsteller und Walfänger geworden ist. Die Kontinentalplatten reiben sich in Neuseeland - und das Land hat sich emanzipiert.
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