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Literatur  11.09.2007 · 19:30 Uhr
Elfriede Jelinek, Literatur-Nobelpreisträgerin 2004 (Bild: AP) Elfriede Jelinek, Literatur-Nobelpreisträgerin 2004 (Bild: AP)

Mit dem Finger auf der Löschtaste

Die virtuelle Handschrift der Elfriede Jelinek

Von Carola Wiemers

"...das Kreuzerl dort oben rechts erwischen, und schon bin ich weg, ich bin weg, verschwunden, und mit mir mein Textkörper."

Versierten Internetnutzern wird diese Aufforderung eher ein Warnsignal sein, es sei denn das Interesse an der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek und ihrem neuen Roman "Neid" tendiert gegen Null.

Ohne Ankündigung tauchte das erste Kapitel des Romans am 3. März 2007 auf ihrer Homepage auf. Entdeckt werden konnte es nur von Netzsurfern oder jenen, die sich in Jelineks virtuellem Netzwerk heimisch fühlen. Mit der Deklaration, bei diesem literarischen "work in progress"- Projekt würde es sich um einen "Privatroman" handeln, provozierte die Autorin wieder einmal das Feuilleton.

Jelineks Vorhaben, mit Hilfe eines äußerst bewegten Mediums dem allseits herrschenden Aktionismus eine sperrige literarische Idee des Stillstands und der Verweigerung von Bewegung entgegenzuhalten, geht weiter. Online oder offline, das ist hier die Frage!

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