2004, als die Frankfurter Buchmesse einen arabischen Schwerpunkt hatte, hielt der damals hoch betagte ägyptische Schriftsteller Nagib Machfus die Eröffnungsrede.
Darin sagte er u.a.: "Es zeigt sich also, dass dieser Andere, der Araber kein ganz Fremder ist. Möglicherweise gibt es zwischen seiner und eurer Kultur Unterschiede, aber er steht, wie ihr, für humanistische Werte und erhabene Grundsätze ein. Das ist nicht verwunderlich, denn so wie die westliche Zivilisation heute unsere arabische Zivilisation beeinflusst, hat die arabische Zivilisation in der Vergangenheit die westliche Zivilisation beeinflusst."
Zehn Jahre zuvor war Machfus von einem islamistischen Attentäter bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Er war zu kritisch - auch der Religion gegenüber, sodass der Vorabdruck seines Romans "Die Kinder unseres Viertels" in einer großen Tageszeitung eingestellt werden musste.
Nicht nur Kritik an der Religion übte der bisher einzige arabische Literaturnobelpreisträger; immer wieder schilderte er auch die Hoffnungslosigkeit vieler Menschen, die Korruption im Land, prangerte Ideologien an und ihre fatalen Folgen. Am 11. Dezember wäre der der ägyptische Schriftsteller 100 Jahre alt geworden.
Hören Sie seine Erzählung: "Die Welt Allahs". Gelesen von Peter Lieck
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
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Zukunft von Schlecker - Tagung Gläubiger-Ausschu0
Sendezeit: 25.05.2012, 17:52
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