"Das müsst ihr untereinander regeln!" Dieser früher von Lehrern zur eigenen Entlastung vorgebrachte Satz hat einen neuen Sinn bekommen. Seit Anfang der 90er Jahre gibt es das Schüler-Streitschlichter-Programm in Deutschland. Sein Grundsatz? Bei einem heftigen Streit wenden sich Schülerinnen und Schüler an Klassenkameraden, um den Konflikt zu lösen. Zuvor wurden diese als Streitschlichter ausgebildet.
Das zeigt viel größeren Erfolg, als wenn Lehrer oder Sozialarbeiter intervenierten: Die Schüler "sprechen die gleiche Sprache", können sich sehr gut in die Probleme und Konflikte Gleichaltriger hineindenken und finden so oft auch unkonventionelle Lösungen. Die Streitschlichtung beruht auf freiwilliger Basis, ein ritualisierter Rahmen ist vorgegeben und die Schule stellt einen eigenen Raum dafür zur Verfügung. Schulen mit diesem Konfliktlösungsprogramm sind zufrieden mit ihren Erfolgen - auch wenn es Gewalt nicht immer verhindert.
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