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05.03.2010
"Verlorene Maßstäbe" ist Thema bei der Woche der Brüderlichkeit. (Bild: AP) "Verlorene Maßstäbe" ist Thema bei der Woche der Brüderlichkeit. (Bild: AP)

Christlich-jüdische Annäherung

Woche der Brüderlichkeit zum Thema "Verlorene Maßstäbe"

Christen und Juden im Gespräch: Am Sonntag startet wieder die Woche der Brüderlichkeit. An mehr als 70 Orten in Deutschland gibt es Vorträge zu christlich-jüdischen Themen, beleuchten Historiker die jüdische Geschichte am Ort, wird zu Konzerten eingeladen.

In Augsburg spricht der diesjährige Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille, der Architekt Daniel Liebeskind über "Architektur jüdische Identität und die plurale Stadt". Die Woche der Brüderlichkeit steht in diesem Jahr unter dem Motto "Verlorene Maßstäbe". Ulrich Schürmann, der evangelische und derzeit federführende Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Berlin:

"Wir glauben, dass in unserer Gesellschaft über lange Zeit doch selbstverständlich gehaltene Maßstäbe verloren gegangen sind, ins Rutschen gekommen sind, zum Beispiel in der Wirtschaftswelt. Die Bankenkrise zeigt sehr deutlich, dass es in den letzten Jahren zu einem außerordentlichen Gewinnstreben gekommen ist, wo Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen worden sind, wo auf den normalen Durchschnittsverdiener keine Rücksicht genommen wird. Ich will auf das Thema Dumpinglöhne ansprechen.

Aber auch in der Jugendkultur haben wir Signale von verlorenen Maßstäben, wann Schluss ist, wenn man aufhören muss, wenn man merkt, man hat den Gegner besiegt, sondern nachtritt und nachstößt, wenn es um sogenannte Formen des Flatratetrinkens geht, wenn es immer mehr Meldungen darüber gibt, dass man schon sehr junge Menschen mit sehr hohen Promillewerten auf der Straße aufliest.

All das sind Signale dafür, dass es vielleicht auch mal wieder an der Zeit ist, sich auf Werte zurückzubesinnen. - Ob es sich um evangelische oder katholische Christen handelt oder um die jüdischen Gemeinden, für alle gemeinsam sind zum Beispiel die zehn Gebote als ein wichtiges Gesetzeswerk, der Dekalog, der für alle gilt, für alle Menschen und der eben auch im Grunde genommen im Bewusstsein der Mehrheit der Menschen auch, wenn sie nicht religiös gebunden sind, eine Grundlage dafür darstellt, was man allgemein für richtig oder für falsch hält."


Wer mehr zur Woche der Brüderlichkeit wissen möchte findet unter www.deutscher-koordingsrat.de Internetadressen und Telefonnummern der regionalen Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.


 
 

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