Es gibt nur wenige andere deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, die eine vergleichbare Wirkung entfaltet haben wie der im Dezember 1933 gestorbene Stefan George. Thomas Karlauf schildert in seiner Biografie, wie der Dichter die Angebote der NS-Machthaber ausschlug und die Widerstandskämpfer um Stauffenberg inspirierte.
Berühmt wurde die Atlantikinsel St. Helena als Verbannungsort von Napoleon. Johannes Willms hat sich auf Spurensuche begeben und räumt in seinem Büchlein "St. Helena - Kleine Insel, großer Wahn" mit jeglicher Form von Heldenverehrung auf.
Pakistan ist für Frauen das gefährlichste Land der Welt. Denn hier, so schildert es die niederländischen Journalistin Betsy Udink in ihrem Buch "Allah & Eva", sind Frauen ohne Rechte. Sie werden zwangsverheiratet, verkauft, zur Prostitution gezwungen, ins Gefängnis gesperrt und ohne Grund hingerichtet.
1969 gab der marxistische Historiker Eric Hobsbawm zum ersten Mal sein Werk "Bandits" (Die Banditen) heraus, das sich einer Außenseiterschicht widmete. Die ländlichen Räuberbanden waren in den Augen der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Geschichtsschreibung bis dato schlecht weggekommen. Jetzt ist eine Neuausgabe dieses Essays pünktlich zum 90. Geburtstag auf Deutsch erschienen.
Im Ersten Weltkrieg begann der Siegeszug der Zigarette und damit auch der Aufstieg der Familie Reemtsma. Der Historiker Erik Lindner erzählt nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern auch der deutschen Zigarettenindustrie und erinnert an die einst bekanntesten unter tausend längst vergessenen Namen kleiner Manufakturen.
Michaela Seuls Darstellung über Heinrich von Trott zu Solz ist nur bedingt ein Buch über den deutschen Widerstand, das einem vergessenen Helden späte Öffentlichkeit verschaffen will. Die Autorin zeichnet auf engagierte Weise Heinrichs Suche nach dem eigenen Lebensweg nach, der keineswegs frei von Irrtümern und Fehlern verlaufen ist. Dabei lässt sie den Leser am Prozess der Befragung des heute 90-Jährigen Anteil haben.
Nach dem Tod von Richard Wagner führte seine Frau Cosima das Festspielhaus von Bayreuth. In "Herrin des Hügels" zeichnet Oliver Hilmes das Wirken dieser mächtigen Frau nach und zeigt, dass ohne sie die Bayreuther Festsspiele heute anders aussähen.
Trotz internationalen Engagements herrscht in vielen Ländern Afrikas Krieg. Mittendrin: zahllose Kinder und Jugendliche, die sich an den blutigen Raubzügen beteiligen. Auch Ishmael Beah war Kindersoldat. In seinem Buch "Rückkehr ins Leben" berichtet er davon, wie die kriegerische Gewalt ein Teil seines Alltags wurde.
Ohne sie gäbe es die Weimarer Klassik nicht: Anna Amalia, die fast zwanzig Jahre lang das kleine Herzogtum Weimar-Eisenach regierte, schuf die Voraussetzungen dafür, dass in der Stadt im Herzen Thüringens das entstand, was später als Musenhof bezeichnet wurde. Annette Seeman hat nun eine lesenswerte Biografie der Herzogin vorgelegt.
Der Demokrat Barack Obama will Präsident der USA werden. Mit seinem Buch "Hoffnung wagen" meldet sich ein Vertreter der Politiker-Generation zu Wort, die nicht mehr durch den Kalten Krieg geprägt wurde. In Obamas Weltbild steht nicht mehr Europa im Mittelpunkt.
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Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
L - Bonanzarad reloaded
Sendezeit: 16.06.2013, 13:42
XL - Shopping-Paradies für Subkultur
Sendezeit: 16.06.2013, 13:40
M - After Work Birding
Sendezeit: 16.06.2013, 13:37
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