Seine Kandidatur zum Bundespräsidenten 2004 war die erste demokratische Wahl, der sich Horst Köhler stellte. Davor bekleidete er hohe Ämter in der Wirtschaft und war sogar Chef des Internationalen Währungsfonds. Als Präsident mahnt er mehr Mut zu Reformen an und blickt dabei auch über die europäischen Grenzen hinaus.
"Versöhnen statt spalten." - So lautet das Leitmotiv von Johannes Rau. Von vielen wird er daher als "Bruder Johannes" belächelt. Doch Rau mischt sich während seiner Präsidentschaft in die politischen Debatten ein und bezieht Stellung.
Zunächst war Roman Herzog nur eine Verlegenheitslösung, denn der von Bundeskanzler Helmut Kohl favorisierte Steffen Heitmann hatte sich durch Aussagen über Ausländer und Frauen selbst ins Abseits bugsiert. Während seiner Amtszeit warb Herzog beständig für Reformen und eine neue Rolle Deutschlands. Berühmt wurde er durch seine "Ruck-Rede", beliebt war er bei den Bürgern für seine klaren Aussagen.
Richard von Weizsäcker hielt zahlreiche Reden, Anlässe gab es in seiner Amtszeit reichlich. Doch in Erinnerung blieben vor allem seine Worte vom 8. Mai 1985, als er die bedingungslose Kapitulation Deutschlands im Zweiten Weltkrieg als "Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" bezeichnete.
An seiner Wahl zum fünften Bundespräsidenten schieden sich 1979 die Geister. Karl Carstens war bis Kriegsende Mitglied der NSDAP. Das provozierte Proteste - nicht nur in Deutschland. Der befürchtete Rechtsruck blieb während seiner Amtsführung aber aus.
1974 wurde Walter Scheel, der Außenminister der sozial-liberalen Koalition und FDP-Vorsitzende, der jüngste Präsident in der Geschichte der Bundesrepublik. Zum Zeitpunkt der Wahl war er 54 Jahre alt. Er selbst hat sich einmal so charakterisiert: "Ich bin immer unterschätzt worden, was vielleicht mein Vorteil war."
Mit Gustav Heinemann wird am 5. März 1969 zwanzig Jahre nach Gründung der Bundesrepublik erstmals ein Sozialdemokrat Bundespräsident. Heinemann passte haargenau zur Aufbruchsstimmung unter Kanzler Willy Brandt und dessen Motto "Demokratie wagen" hatte er bereits 1950 vorweggenommen. Wie kein anderer steht er für die Demokratisierung der Bundesrepublik.
Im Frühjahr 1959 wird Heinrich Lübke zum Staatsoberhaupt gewählt. Der Unionspolitiker mit stramm konservativer Haltung engagiert sich in der Entwicklungshilfe, in Erinnerung aber bleibt er den Bundesbürgern vor allem wegen seiner rhetorischen Fehltritte.
Am 12.09.1949 trat Theodor Heuss als erster Bundespräsident sein Amt an. Es war eine unsichere Zeit, Deutschland noch unter Besatzung, Berlin zweigeteilt, Deutschland geteilt. Der Krieg war seit vier Jahren vorbei und hatte das Land in Trümmern gelassen. Heuss beteiligte sich von Anfang an aktiv daran, das neue, das demokratische Deutschland aufzubauen.
Beiträge zum Nachhören
Deutschlandradio Kultur
Neonlicht 16.06.2013
Sendezeit: 16.06.2013, 13:50
L - Bonanzarad reloaded
Sendezeit: 16.06.2013, 13:42
XL - Shopping-Paradies für Subkultur
Sendezeit: 16.06.2013, 13:40
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