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13.03.2008

Virtuelle Schulpartnerschaft

Das Projekt eTwinning

Von Stephanie Kowalewski

Im digitalen Zeitalter finden Schulpartnerschaften virtuell statt. Der Austausch läuft über E-Mails und Chat. Die Europäische Union fördert die europaweiten Partnerschaften durch die Internetplattform eTwinning und zeichnet jährlich die besten Projekte aus. In diesem Jahr nimmt auch die Heinrich-Heine-Gesamtschule aus Düsseldorf an der Endausscheidung teil.

Jennifer ist 20 Jahre alt und steht kurz vor dem Abitur an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesamtschule. Gemeinsam mit ihren Klassenkammeraden aus dem Italienisch-Leistungskurs hat sie begeistert das eTwinning-Projekt mit der Partnerschule aus Turin gestaltet.

"Das besondere an eTwinning war für mich, dass wir selber den Unterricht gestaltet haben, dass es unsere Aufgabe war, etwas daraus zu machen und die Lehrer haben nur aufgepasst, dass es im Endeffekt fertig ist und richtig ist."

Ihr 19-jähriger Mitschüler Jerome findet den selbst gestalteten Unterricht mit eTwinning eindeutig besser, als die normalen Italienischstunden.

"Es macht mehr Spaß, weil dann auch mehr Technik dahinter ist und eine Abwechslung vom Alltagsunterricht."

Die deutschen und italienischen Schüler haben sich mit Hilfe von Powerpoint-Präsentationen gegenseitig vorgestellt, sie haben sich E-Mails geschrieben, einen Blog angelegt und gechatet.

Für den Austausch der Schulen untereinander stellt eTwinning einen geschützten virtuellen Klassenraum zur Verfügung. In den sogenannten Twin-Space können sich nur die Schüler eines Partnerprojektes einloggen und sich per Maus und Tastatur unterhalten. Eine wunderbare Gelegenheit, die jeweils fremde Sprache zu üben, meint die Lehrerin Lucia Steinhage.

"Wenn man jemandem eine E-Mail schreiben muss, der diese Sprache spricht, überlegt man noch einmal ganz genau, denn man möchte ja auch möglichst ein gutes Bild von sich abgeben. Und insofern trainiert das auf jeden Fall den alltags sprachlichen Ausdruck der Schüler."

Die Italienischlehrerin gab den Anstoß zu diesem virtuellen Schüleraustausch, auch weil die Partnersuche in der Datenbank von www.etwinning.de sehr einfach ist. Es genügen ein paar Klicks und schon kann es losgehen. Mittlerweile sind europaweit mehr als 37.000 Schulen in der elektronischen Kontaktbörse gemeldet, die alle einen interkulturellen Austausch via Internet möchten.

Aber bei eTwinning geht es nicht nur um das Kennenlernen anderer Kulturen und das Lernen fremder Sprachen. Die Schüler sollen auch technisch fit für den Schulalltag und die berufliche Zukunft gemacht werden. Die Düsseldorfer und Turiner Schüler haben das alles sehr gut kombiniert. So sind sie beispielsweise mit digitalen Foto- und Filmkameras losgezogen, um typische Merkmale ihres eigenen Landes und Szenen aus ihrem Alltag aufzunehmen. Das Material haben sie dann selbst bearbeitet und ihren Partnern online präsentiert, erzählt Jerome.

"Ich hab einen Film mit reingesetzt, hab den auch zusammengeschnitten. Und das war ein Film, da fehlte ein Satzteil und da mussten die Italiener sich überlegen, was man da gesagt haben könnte."

Ganz aktuell geht es in dem Projekt in einer Art Bilderrätsel um Redewendung. Jessica und Karima überlegen, wie sie das typisch deutsche Sprichwort "Jemanden in die Pfanne hauen" fotografisch umsetzten.

"Also einer von uns haut jetzt das Ei in die Pfanne und der andere macht das Foto. Aber wie kriegen wir die Person da rein, dass es schon so aussieht, dass man jemanden in die Pfanne haut und kein Ei? Hm, gute Frage. Irgendwie reinmontieren. Ja genau. Also gut. Machst du das Foto? Ja."

Bei dieser Schulpartnerschaft, sagt Lehrerin Lucia Steinhage, waren die italienischen Schüler die treibende Kraft, wenn es um den Einsatz unterschiedlichster Medien ging.

"Da sind die Italiener immer vorgegangen, und wir haben dann von denen gelernt, auch übers Internet, wie wir uns da beteiligen können. Und ich glaube, das ist für uns auf jeden Fall sehr nützlich gewesen und das ist schon eine Sache, die eTwinning bedeutsam macht."

So entstanden schließlich auch deutsche und italienische Radiosendungen über Themen, die die Jugendlichen in beiden Ländern beschäftigen.

"Bei Radiosendungen ist natürlich immer das Problem, es wird schnell gesprochen, man versteht nur die Hälfte. Deswegen kam dann auch die Idee auf, dass am Ende jeder Radiosendung noch mal schwierige Wörter übersetzt wurden. Zweitens aber auch, auf der Homepage, wo die Radiosendung gespeichert und verfügbar sind, eine PDF-Datei eröffnet wurde, wo noch mal die Begrifflichkeiten, möglichst auch mit Bild und mit deutscher Übersetzung nachzuschlagen waren, um dann nachher einen kompletten Eindruck zu haben."

Lucia Steinhage glaubt, dass der hohe technische Einsatz und die Nutzung unterschiedlichster Medien mit dazu beigetragen haben, für den europäischen eTwinning-Preis nominiert zu sein. Immerhin sind die Düsseldorfer und Turiner Schüler unter den besten acht europäischen elektronischen Schulpartnerschaften.

"Das ist natürlich so ein bisschen eine Ehre und macht uns stolz. Also es ist schon ein tolles Gefühl, weil man das ja alles mitgemacht hat und es war auch eine ganz neue Sache für uns. Und das Beste an der ganzen Sache war eben, dass wir mal live italienisch reden und nicht nur einfach im Schulunterricht. Also ich finde man sollte es weiterführen, ja."


 
 

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