Der Münchner Intendant Nikolaus Bachler hat sich zuversichtlich über den Fortbestand der Oper als Kunstform geäußert. Gerade in Zeiten der Krise würden alte Werke durch neue Interpretationen lebendig bleiben, so der Theatermann.
Nikolaus Bachler studierte einst am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel. Später war der heute 58-Jährige unter anderem Intendant der Wiener Festwochen und Direktor des legendären Burg-Theaters. Seit einer Spielzeit ist er Intendant an der Bayerischen Staatsoper in München.
Die bayerische Landesvertretung in Berlin lud ihn zu einem Vortrag "Zur Entwicklung der Kunstform Oper im 21. Jahrhundert" ein. Über dieses Thema sprach Fazit mit Nikolaus Bachler. Lesen Sie hier einen Ausschnitt aus dem Gespräch:
Eckhart Roelcke: Was macht Sie denn so sicher, dass sich die Oper im 21. Jahrhundert weiter entwickelt, dass sie nicht Schritt für Schritt abgewickelt wird?
Nikolaus Bachler: (…) Die Oper bleibt lebendig durch Interpretation, das heißt, dass wir die alten Werke uns nahebringen dadurch, dass wir sie neu beleuchten und dass wir sie untersuchen, dass wir den Abstand - oft liegen 200, 250 Jahre dazwischen - untersuchen, was hat sich durch die Zeit, die inzwischen verstrichen ist, an Sichtweise, an Erfahrungs- und Wahrnehmungsmöglichkeit verändert. Und so wird sie ganz lebendig bleiben.
(…)
Roelcke: Die Zukunft der Oper - Sie sehen Sie rosig?
Bachler: Ich sehe sie absolut rosig, wie ich überhaupt die Zukunft der Kunst alles andere als düster sehe, weil je härter und je kälter und je rationaler die Zeit wird, umso größer ist die Sehnsucht der Menschen, um mit Brecht in Berlin abzuschließen: Wo die Not am größten ist, ist die Rettung am nächsten. In diesem Sinne glaube ich sehr an die Zukunft der Kunst.
Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 24.4.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.
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