Zum Inhalt
Zur Deutschlandradio Kultur-Startseite
 
nach oben
01.08.2012
Der US-Schriftsteller Gore Vidal (Bild: picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi) Der US-Schriftsteller Gore Vidal (Bild: picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi)

"Eminent politische Figur"

FAZ-Korrespondent Matthias Rüb zum Tod des US-Intellektuellen Gore Vidal

Er war ein hochgeschätzter Autor und schrieb Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Essays. Zudem war Gore Vidal aber auch ein politischer Provokateur, der sich selbst als einen unmittelbaren Nachfahren der großen amerikanischen Gründerväter sah und daraus auch keinen Hehl machte.

Aufgrund seiner großen politischen und intellektuellen Bedeutung sei der Tod Vidals, so berichtet Matthias Rüb, Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Washington, nicht nur das Aufmacher-Thema bei den einschlägigen Kulturmagazinen. Auch auf den politischen Seiten werde Vidal als "Nummer-Eins-Nachricht" behandelt:

"Man sieht, wie wichtig sein Ableben genommen wird, dass er eine bedeutende politische Figur auch gewesen ist - nicht nur eine Figur 'larger than life' - größer als das Leben, als Literat, als 'homme de lettres', als Provokateur, sondern auch als eminent politische Figur, dessen größte Werke vielleicht seine fiktiven Romane über eine ganze Reihe von amerikanischen Präsidenten sind."

In seinen Romanen habe Vidal gründliche historische Forschung mit fiktiven Elementen verbunden - dies werde von der Literaturwissenschaft, aber auch von der historiographischen Forschung bis heute anerkannt, sagte Rüb.

Vidal, der auf seiten der Demokraten stand und Kennedy im Wahlkampf unterstützte, habe sich selbst als Nachfahren der großen Gründerväter der USA gesehen. Politisch links stehend, habe er mehrere Versuche unternommen, direkt in die Politik einzusteigen, sei aber immer wieder gescheitert. So habe er seinen unerfüllbaren Wunsch, politisch tätig zu werden, auf anderen Feldern befriedigt. Trotzdem habe er immer daran geglaubt, ein großer Politiker zu sein, der einfach keine Wähler fand. Eine seiner markantesten Aussagen habe gelautet:

"Es gibt kein menschliches Problem, das nicht gelöst werden könnte, wenn die Leute doch einmal auf mich hören würden."


Das vollständige Gespräch mit Matthias Rüb können Sie mindestens bis zum 1.2.2013 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.


Weitere Informationen zum Tod von Gore Vidal auf dradio.de:

Aktuell: US-Autor Gore Vidal ist tot - Schriftsteller stirbt mit 86 Jahren

"Er war ein blendender Diskutierer" - Literaturkritikerin Sigrid Löffler zum Tod des amerikanischen Schriftstellers Gore Vidal


 
 

JETZT IM RADIO

Deutschlandradio Kultur

Seit 11:07 Uhr
Thema
Nächste Sendung: 11:20 Uhr
Musik

mehr

LIVE-STREAM

Deutschlandradio Kultur

Dokumente und Debatten mehr

AUDIO ON DEMAND

Beiträge zum Nachhören

Fazit

Kulturpresseschau - Aus den Feuilletons

Sendezeit: 22.05.2013, 23:52

Zum Tod des Theaterkritikers Henning Rischbieter

Sendezeit: 22.05.2013, 23:50

Zum Tod des Komponisten Henri Dutilleux

Sendezeit: 22.05.2013, 23:44

PODCAST

Radio zum Mitnehmen

Podcast: Sendungen

Podcast: Themen

PLAYER / RECORDER

dradio-Recorder
im Beta-Test:

 

KOOPERATIONSPARTNER

ARD-Logo und Link  ZDF-Logo und Link  Phoenix-Logo und Link