Der Generalsekretär des deutschen PEN-Zentrums, Wilfried Schoeller, sieht die internationale Autorenvereinigung nicht als "politischen Debattierklub". Gleichwohl könne etwas Politisches dabei herauskommen, wenn Schriftsteller mit ihren Mitteln versuchen, die Welt hinreichend zu beschreiben, sagte Schoeller in Fazit.
"Es sind so viele Probleme in der Welt, dass wir sie mit reflektieren müssen und dabei auch das Schreiben reflektieren müssen".
Zwar glaubt Schoeller nicht, dass Schriftsteller großen Einfluss auf die Politik nehmen können, "aber in Einzelfällen kann man schon etwas tun". Man könne Zeichen setzen, diese Zeichen würden gelesen, aufgegriffen und verstanden von anderen. "Dies ermutigt viele Autoren", sagte Schoeller. Er verwies dabei auf das Netzwerk "writers in prison", das sich weltweit für verfolgte Schriftsteller einsetzt.
"Schriftsteller haben keine Macht. (…) Macht kann man nicht beanspruchen, aber man kann die Prinzipien der Zivilgesellschaft formulieren. Und wenn es nicht Schriftsteller tun, wer soll es denn sonst tun?"
Als literarische Schwerpunkte des in Berin stattfindenden internationalen PEN-Kongresses nannte Schoeller einen Lyrik-Abend und eine lange Nacht der Literatur:
"Wir haben uns selber sehr zurückgenommen, es gibt kaum deutsche Autoren, die da etwas beizutragen haben, wir wollten nun wirklich die Welt herholen und auch zeigen, wie großartig Literatur sein kann, gerade wenn sie aus der Fremde kommt."
Die einzige Veranstaltung mit deutscher Literatur bezieht sich auf Autoren, deren Wurzeln im Ausland liegen, die aber in Deutschland aufgewachsen sind und auf Deutsch schreiben.
Ein großer Schwerpunkt des Kongresses wird Afrika sein. Schoeller glaubt, dass der schwarze Kontinent immer nur in Zusammenhang mit Katastrophen genannt werde. Deshalb wolle man jetzt das Bild ein wenig revidieren und zeigen, "dass dort auch ausgezeichnete Literatur geschrieben wird".
Sie können das Gespräch mit Wilfried Schoeller für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.
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Fazit
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