In "So glücklich war ich noch nie" erzählt Alexander Adolph die Geschichte eines manischen Betrügers: Frank kommt gerade aus dem Gefängnis. Doch trotz bester Vorsätze ist ein Rückfall nach der Begegnung mit einer Prostituierten, die er "retten" will, vorprogrammiert.
Andrea Gerk: Als einen Experten für Hochstapler kann man den Filmemacher Alexander Adolph bezeichnen, schließlich war seine erste Regiearbeit eine facettenreiche Dokumentation über vier ehemalige Millionenbetrüger. Jetzt, einige Jahre später und mitten in einer Zeit, in der das Hochstapeln noch mal eine ganz andere Relevanz bekommen hat, präsentiert der Regisseur nun seinen ersten Spielfilm zum Thema.
"So glücklich war ich noch nie" heißt die Tragikomödie, in der unter anderem Devid Striesow und Nadja Uhl mitspielen. Heute Abend hat der Film Premiere in der Berliner Kulturbrauerei. Herr Adolph, Sie haben sich ja schon vorher im Rahmen ihres Dokumentarfilms sehr ausführlich mit diesem Phänomen des Hochstaplers beschäftig, was fasziniert Sie denn so daran, dass Sie sich nun auf der Spielfilmebene damit auseinandergesetzt haben?
Alexander Adolph: Mich interessieren Leute, die lügen. Und mich interessiert, was Lügen mit Leuten anstellt. Und ich glaube auch, dass das Lügen zum einen unsere Arbeit beim Erzählen, beim fiktiven Film kennzeichnet, und zum anderen glaube ich, dass die ganz großen Filmdramen sehr oft von Menschen handeln, die lügen.
Gerk: Was ist denn das Charmante am Hochstapeln?
Adolph: Ich glaube, das Charmante am Hochstapeln ist, dass der Hochstapler ein Mann ist, der sehr, sehr schöne Dinge verspricht, und der im Moment des Lügens vergisst, dass er lügt, und die eigenen Lügen glaubt. Und das macht Lügen charmant und das macht auch den Lügner besonders charmant.
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