Zum vierten Mal verwandeln die Kunstfestspiele in Hannover die Herrenhäuser Gärten zum Schauplatz von Konzerten, Theaterstücken und Installationen. Intendantin Elisabeth Schweeger lässt die barocke Parkanlage unter dem Motto "Heimat Utopie" bespielen.
Mit Hilfe von "Arisierungen" und Sondersteuern wurden die Juden in Nazideutschland beraubt. Die Historikerin Christiane Kuller zeigt in einer Studie, dass die "ganz große Mehrzahl der Finanzbeamten" rassistische Kriterien bei ihren Entscheidungen angelegt hätten.
Der Aktionskünstler John Bock versteht seine Arbeit nicht als Kommentar zu den ökologischen Fragen, mit denen sich die Biennale beschäftigt. Er versuche vielmehr, "den Gegenpol" anzusteuern, Begriffe "zu zerstören" und einen neuen Blick auf die Dinge zu werfen, sagt der Berliner.
Die Theaterregisseure David Bösch und Andreas Nathusius beweisen die Bühnentauglichkeit von Aki Kaurismäkis Drehbüchern. Bösch inszeniert "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik" im Schauspielhaus Bochum, Nathusius arrangiert "I hired a contract killer" im Landestheater Detmold.
Schriftsteller Javier Cercas beschreibt Bürgerkrieg als eine Art Nationalsport Spaniens. Seine Generation habe aber nicht mehr über diesen Krieg sprechen wollen. Er sei der erste seiner Generation gewesen, der darüber geschrieben habe.
Er begann seinen Arbeitstag mit zwei Stunden cholerischem Geschrei und war für Psychoterror gegenüber Schauspielern bekannt. Trotzdem war Kurt Hübner, Intendant von 1962 bis 1973, in Bremen ein Theater-Mythos. Mit vielen verschiedenen Versatzstücken zeichnet Regisseur Gernot Grünewald ein Porträt - und das funktioniert.
Er erschoss sich während des Militärputsches 1973 in Chile: Der damalige Präsident Salvador Allende. Viele Regimegegner flüchteten ins Exil, auch seine Tochter musste das Land verlassen. Darüber und über die aktuelle Situation in Chile berichtete seine Tochter Isabel Allende in Berlin.
Er ist jung, gilt aber als eher altmodisch. Und er verwahrt sich gegen kurzfristige Kunst-Trends: Der Kurator der 55. Biennale, Massimiliano Gioni. Gleichzeitig hat er sich auch schon oft als Entdecker bis dahin unbekannter Werke hervorgetan.
Am 1. Juni wird die 55. Biennale von Venedig eröffnet. 177 Tage lang wird die Stadt am Lido zum Zentrum für zeitgenössische Kunst. Wir stellen ihnen den deutschen Pavillon vor und die vier Künstler, die ihn bespielen. Und der Performancekünstler John Bock erklärt, was Schafe am Lido zu suchen haben.
Noch gelten die Dramatikertage in Mühlheim als Referenzwettbewerb für deutschsprachige Theaterautoren. In der Hauptstadt etablieren sich derweil die Autorentage des Deutschen Theaters. Diese könnten den Mühlheimer Wettbewerb ablösen. Dass die Dramatikertage ihre besten Tage schon hinter sich haben könnten, zeigt sich in zweifelhaften Jury-Entscheidungen.
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Fazit
Kulturpresseschau, 16.6.13
Sendezeit: 16.06.2013, 23:50
"Die nennen das Schrei": Gesammelte Gedichte von Thomas Brasch
Sendezeit: 16.06.2013, 23:42
Aschemond oder The Fairy Queen, Oper v. Helmut Oehring, Staatsoper Berlin
Sendezeit: 16.06.2013, 23:29
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