Friedell war ein Jude, der Christ wurde und ein Mann vollendeter Formen. "Bitte beiseite treten, ich springe!", soll er gerufen haben, als 1938 zwei SA-Männer an seiner Wohnungstür nach dem "Jud Friedell" verlangten. Der 60-jährige sprang in den Tod.
"Was weißt Du denn in Deinem Dorado von meinen Schmerzen", schreibt in Berlin die Jüdin Marie Winter 1941 an ihre Tochter Ilse nach Basel. In mehr als 170 Briefen gibt sie Zeugnis von ihrem Leben und ihrer Verzweiflung.
Ein Klassiker der Featuregeschichte: Als der Autor Peter Leonhard Braun und der Toningenieur Dieter Großmann am Rande des Ngoro-Ngoro-Kraters in Tansania ankamen, besaßen sie als einzige Weiße die Erlaubnis, eine Zeit lang innerhalb der am dichtesten besiedelten Tierwelt der Erde zu leben.
Der Alte St. Matthäusfriedhof in Berlin-Schöneberg. Fünf Gräber, fünf Geschichten, alle unverwechselbar, aufwühlend. Tonangebend: Bernd Bossmann, alias Ichgola androgyn, Polit-Tunte, Krankenpfleger, Schauspieler, Gastronom, Bestatter, der vom Tod als "Silvester des Lebens", als dessen absolutem Höhepunkt, überzeugt ist.
Ein Gespräch unter Störchen: Man schnäbelt, stakst und klappert den neuesten Tratsch. Was gibt es da zu lachen? Hoffentlich nichts für die zwei seltsamen Vögel, die abseits heimlich lauschen!Wer lacht, vergisst das Zauberwort, das ihn zum Menschen zurückverwandelt
Willkommen zwischen Maas und Oder, Hallig und Watzmann, Penthaus und Plattenbau. Im nationalen Laboratorium für Artenschutz in kontrollierten Soziotopen mit multikulinarischer und globalisierter Brauchtums-Vielfalt.
Das Thema ist die Kommunikation zwischen Mensch und Tier. Der Bogen ist weit gespannt: von der lebenswichtigen, fast zärtlichen Verständigung zwischen Mensch und Tier in den Nomadengesellschaften Afrikas bis zum zerstörten, seelenlosen Verhältnis zu Tieren in der modernen Zivilisation.
Die "österreichische Seele" steht unter Beobachtung. Im Land der schönen blauen Donau und der Neurosenforschung rumort es. Die Rollen sind klar. Mann führt. Frau folgt. Geld regiert und Stammbuch.
Früher besaß jede Stadt ein eigenes Schlachthaus, heute geschieht das Töten von Schlachttieren in wenigen zentralisierten Großbetrieben. Den einen sind die Tiertransporte rund um den Globus egal. Hauptsache, das Steak liegt im Tiefkühlfach.
Sie sind die größte Migrantengruppe in Österreich, eine gedemütigte und vielfach diskriminierte Minderheit: die Deutschen. Egal ob aus Hamburg oder Frankfurt, sie sind nicht sonderlich beliebt.
New York - 50er-Jahre. In der Lower Eastside reden die Leute jiddisch und träumen amerikanisch. Julius Rosenberg möchte Elektroingenieur werden, Billie Holiday, Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, träumt von einem besseren Leben ohne Rassismus.
Bei Philip K. Dicks Romanen kann man sich weder auf die Abfolge von Anfang und Ende noch auf die Einheit von Raum und Zeit verlassen. Die "erwachsene" Science-Fiction verdankt Dick nicht nur die Stoffe für Filme wie "Blade Runner" oder "Minority Report", sondern auch die Fähigkeit, der Katastrophenfantasie eine aufklärerische Moral zu unterlegen.
Die LyrikerInnen Marion Poschmann, Monika Rinck, Steffen Popp, Hendrik Jackson und Ulf Stolterfoht hatten jeweils für ein paar Tage einen Recorder zur Verfügung und nahmen damit Texte, Gedanken, Geräusche und Stimmen auf.
Malte Jaspersen lebt seit über zwanzig Jahren in Kyoto. Wie hat die Katastrophe im März 2011 das Leben seiner Familie und seiner Bekannten beeinflusst? Nach der Dreifachkatastrophe von Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze reiste er durchs Land.
Zunächst waren es Dichter wie Arthur Rimbaud oder Maler wie der Präraffaelit John Everett Millais, die in ihren Werken die tote Ophelia als Ikone der weiblichen Schönheit darstellten. Das Bild der toten Frau im Wasser wurde zu einem festen Motiv in Literatur und Kunst.
Es war einmal ein kleines Dorf, das zählte exakt 800 Einwohner. Ein Prozent dieser Zahl machte eine besondere Familie aus. Die Familie Putz. Vater und Mutter Putz waren vor mehr als 30 Jahren in das Dorf gezogen und Mutter Putz gebar innerhalb von 9 Jahren 6 Töchter.
Wie verändert man sich und wie verändern sich die Mitmenschen, wenn man Opfer eines Überfalls geworden ist? Martin Duffy ist ein Dubliner, der seit 2003 in Berlin lebt. Bei einem Abendspaziergang in einer ruhigen Gegend wurde er von Teenagern mit dem Messer angegriffen.
Große Werbe-Trucks ziehen über Land. Die Bundeswehr sucht Zeitsoldaten. Doch Unternehmensberater bescheinigen dem Arbeitgeber einen "eklatanten Makel": den Wettbewerbsnachteil Auslandseinsatz.
Beiträge zum Nachhören
Feature
Internet-Ausschnitt: "Bleib mir gesund und versuche, Deine Mutter zu retten."
Sendezeit: 28.01.2012, 18:05
Von Abu Ghraib nach Marienfelde Internettrailer
Sendezeit: 21.01.2012, 18:05
"Schnee" - Feature von Sibylle Tamin (Audio-Ausschnitt)
Sendezeit: 17.12.2011, 18:05
dradio-Recorder
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