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08.02.2012
Scorseses "Hugo Cabret" ist eine digitale Feier der Mechanik.  (Bild: Paramount Pictures) Scorseses "Hugo Cabret" ist eine digitale Feier der Mechanik. (Bild: Paramount Pictures)

"Hugo Cabret"

Fantastischer 3-D-Film von Martin Scorsese

Von Anke Leweke

Mit "Hugo Cabret" setzt Martin Scorsese der Kinolegende Georges Méliès ein Denkmal. Geschickt verwebt er Historisches und digitale Tricks zu einer fantastischen Geschichte. Die unterhaltsame Hommage in 3-D ist in elf Kategorien für den Oscar nominiert.

Dieser Film ist eine Liebeserklärung an die Kinogeschichte. Eine Verbeugung vor dem Kinopionier Georges Méliès, dem Erfinder des fantastischen Kinos, der in den 20er-Jahren über 500 Filme drehte, den Zuschauer mitnahm - zum Mond, auf den Meeresgrund oder in andere exotische Welten, danach allerdings in Vergessenheit geriet und sich als Betreiber eines kleinen Pariser Kiosks über Wasser hielt.

Bei Scorsese wird es ein Spielzeugladen im Bahnhof Montparnasse sein. Und nicht Georges Méliès ist die Hauptfigur, sondern ein kleines Waisenkind, das sich darum kümmert, dass die gigantischen Bahnhofsuhren im richtigen Takt laufen. Alles, was der 12-jährige Hugo besitzt, sind die noch nicht fertiggestellten Erfindungen seines Vaters: etwa der roboterähnliche Schreibautomat. Mithilfe eines Notizbuches versucht er, die seltsame Maschine in Gang zu bringen.

Doch genau dieses Notizbuch nimmt ihm der Spielzeugladenbesitzer Georges als Strafe ab, weil Hugo wieder einmal etwas hat mitgehen lassen. In Georges Enkelin findet der kleine Kerl eine Verbündete, gemeinsam beginnen sie die Suche nach dem Notizbuch und entdecken so, dass der Großvater einst ein bedeutender Mann war, dass er Kinogeschichte geschrieben hat.

Scorseses Film ist wie gesagt eine Hommage an einen bedeutenden Filmkünstler, und - wie Méliès - weiß auch sein amerikanischer Kollege die Trickkiste des Kinos in den Dienst seiner Geschichte zu stellen. "Hugo Cabret" ist eine digitale Feier der Mechanik: Tatsächlich gelingt es Scorsese uns mit seinen tiefenscharfen 3-D-Bildern in den gigantischen Uhrturm zu nehmen, in dem Zahnräder aller Größen permanent ineinandergreifen und gigantische Zeiger ticken. Und mit dem kleinen Hugo ist man ständig auf der Flucht vor dem bösen Bahnhofswärter.

Plötzlich wird das Kino zum physischen Ort. Man glaubt, von den Passanten angerempelt zu werden. Man glaubt, dass die Lokomotive tatsächlich auf einen zugefahren kommt.

USA 2011, Originaltitel: "Hugo", Regie: Martin Scorsese, Darsteller: Asa Butterfield, Chloë Grace Moretz, Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Ray Winstone, Emily Mortimer, ab 6 Jahren, 126 Minuten

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Mehr zum Thema auf dradio.de:
Fantasiestadt Paris - Martin Scorseses 3D-Kinderfilm "Hugo Cabret" (DLF, Kultur heute vom 5.2.2012)


 
 

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