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18.07.2012
Szene aus "Lady Vegas" (Bild: dpa / picture alliance / Wild Bunch Germany) Szene aus "Lady Vegas" (Bild: dpa / picture alliance / Wild Bunch Germany)

"Lady Vegas"

Über den neuen Film von Stephen Frears

Von Anke Leweke

"Lady Vegas" ist eine heitere Komödie von Stephen Frears. Dabei zeigt ein Mädchen - gespielt von Rebecca Hall - mit ihrem unglaublichen Gedächtnis ihr Talent für Zahlen - und versucht in Las Vegas ihr Glück.

Er beherrscht alle Filmgattungen: Mit "Gefährliche Liebschaften" lieferte der Engländer Stephen Frears einen bitterbösen Kostümfilm ab, in "Mein wunderbarer Waschsalon" begab er sich an die Ränder der englischen Gesellschaft, und in "The Queen" wiederum schaute er sich die Frau unter der Krone an. Unerheblich, welches Genre sich Frears vornimmt, es geht ihm nicht um das Spiel mit den Gesetzen, um die Dekonstruktion, vielmehr nutzt er die Regeln, um sich seine Figuren näher anzuschauen, ihnen ein Eigenleben einzuhauchen.

Nun müssen wir leider an dieser Stelle mit der Tür ins Haus fallen und vermelden, dass in Frears' neuem Film seine Helden und Heldinnen alle Abziehbilder, Stereotypen, wenn nicht gar Karikaturen bleiben. Beginnen wir mit Bruce Willis - er ist ein As in Sachen Sportwetten, dennoch ist er die gute Seele in der korrupten Spielerstadt Las Vegas, weil sein Motto "hart, aber herzlich" lautet.

Rebecca Hall ist das naive, aber auch ein wenig durchtriebene Mädchen, das mit staunenden Augen über den Strip flaniert. Sie steigt aufgrund ihres unglaublichen Zahlengedächtnis bei Willis ins Geschäft ein, wird sehr zum Argwohn seiner hysterisch-depressiven Frau (gespielt von Catherine Zeta-Jones) sein mehr als anhängliches Maskottchen.

Lockenwickler und Schreianfälle reduzieren Zeta-Jones' Figur zur Schreckschraube, die kurzen Röckchen von Hall geben ihr keine Chance, auch mal Geist zu beweisen. Auch die weißen Tennissocken, die Willis ansonsten mit cooler Gelassenheit trägt, verhelfen ihm nicht zur gewohnten Ironie.

So wird man das Gefühl nicht los, dass sich die Schauspieler in Klischees einrichten, anstatt mit ihnen zu spielen, sie zu überhöhen. Sie bleiben eindimensional und somit auch die Geschichte um Liebe, Eifersucht, Betrug, Wettschulden und Freundschaft.


USA / Großbritannien 2012; Regie: Stephen Frears; Darsteller: Bruce Willis, Rebecca Hall, Catherine Zeta-Jones, Vince Vaughn, Joshua Jackson, Laura Prepon, Frank Grillo, Joel Murray; Länge: 94 Minuten




 
 

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