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01.08.2012
Merida stellt ihre Umgebung und sich vor große Herausforderungen. (Bild: Disney/Pixar) Merida stellt ihre Umgebung und sich vor große Herausforderungen. (Bild: Disney/Pixar)

"Merida – Legende der Highlands"

Technisch aufwendiger Animationsfilm von Mark Andrews

Von Patrick Wellinski

Zum ersten Mal gibt es eine weibliche Heldin in einem Pixar-Film: "Merida - Legende der Highlands" zeigt die hohe Schule der Animatoren, besonders beim Haarschopf der vorlauten Hauptfigur. Allerdings ist die Komplexität der Erzählung auf der Strecke geblieben.

Sie ist frech, vorlaut, unabhängig und vor allem die beste Bogenschützin in den schottischen Highlands. Merida, Tochter eines mittelalterlichen Stammesherren, hat nur ein Problem: Sie ist ein Mädchen. Und deshalb wird es nicht gern gesehen, wenn sie reitet, sich rauft oder den Männern im Bogenschießen Konkurrenz macht. Die Mutter versucht ihre Tochter zu einer anständigen und braven Ehefrau zu erziehen und verzweifelt an dem Widerstand des rebellischen Lockenschopfes.

"Merida - Legende der Highlands" ist der mittlerweile 13. Film aus dem Hause Pixar, das für die erfolgreichsten Animationsfilme der letzten Zeit verantwortlich ist. ("Toy Story", "Wall-E", "Findet Nemo"). Aus technischer Sicht ist "Merida" wieder ein Feuerwerk der Animationskunst.

Insbesondere die wallenden roten Locken der jungen Merida zeugen von der hohen Schule der Animatoren. Die Animation von Haaren galt in Entwicklerkreisen lange Zeit als schwierige Aufgabe. Mit ihrem neuen Film betreten die Macher auch narratives Neuland. So ist Merida die erste weibliche Heldin eines Pixar-Films.

Doch der feministische Touch, den das Drehbuch versprühen möchte, bleibt harmlos. Die Geschichte von weiblicher Selbstbestimmung und Unabhängigkeit in einer männerdominierten Welt bleibt blass und die eindimensionale Moral wirkt recht fantasielos.

Von Pixar erwartet man wesentlich vielschichtigere Stoffe. "Wall-E" und "Ratatouille" waren nicht nur unterhaltsame Familienfilme, sondern in erster Linie intelligent konzipierte Kinoerzählungen, die einem herkömmlichen Spielfilm in nichts nachstanden. Bei "Merida" fehlt diese Komplexität. Der Film ist mehr Disney als Pixar. Das ist nicht per se etwas Schlechtes. Und dennoch hätte man sich vor allem dramaturgisch ein wenig mehr Temperament und Durchschlagskraft gewünscht.

USA 2012; Regie: Mark Andrews, Brenda Chapman, Steve Purcell; Sprecher: Nora Tschirner, Monica Bielenstein, Bernd Rumpf, Thilo Schmitz, Marianne Groß; ab sechs Jahren; 100 Minuten

Filmhomepage "Merida"


 
 

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