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01.08.2012
Johnny Depp als Paul Kemp in "Rum Diary" (Bild: picture alliance / dpa / Wild Bunch Germany) Johnny Depp als Paul Kemp in "Rum Diary" (Bild: picture alliance / dpa / Wild Bunch Germany)

"Rum Diary"

Film-Hommage an Hunter S. Thompson von Bruce Robinson

Von Patrick Wellinski

Humorvoll und entspannt verbrät Regisseur Bruce Robinson in "Rum Diary" den Gründungsmythos einer Reporterlegende. Die Hommage an Hunter S. Thompson mit Johnny Depp in der Hauptrolle ist ein kurzweiliger Spaß - im Rhythmus karibischer Sommernächte.

Paul Kemp (Johnny Depp) ist ein ausgebrannter und erfolgloser New Yorker Schriftsteller, der zu Beginn der 1960er-Jahre nach Puerto Rico fliegt, um vor Ort bei einer englischsprachigen Zeitung anzuheuern. Kemp versucht die Schattenseiten der Insel zu recherchieren, scheitert allerdings an seinem jähzornigen Chefredakteur (Richard Jenkins), was regelmäßig in ausufernden Trinkgelagen mit seinen Kollegen endet.

So macht er allerdings die Bekanntschaft des Unternehmers Sanderson (Aaron Eckhart). Dieser plant ein krummes Immobilien-Projekt auf der Insel und will Kemp dafür als PR-Manager engagieren. Nun muss sich Kemp zwischen der Aussicht auf Geld, Frauen und Luxus und seinem journalistischen Gerechtigkeitssinn entscheiden.

"The Rum Diary" ist die Verfilmung des gleichnamigen, lange verschollenen, autobiografischen Debütromans von Hunter S. Thompson. Dass dieser nun für die große Leinwand adaptiert wurde, ist einzig und allein das Verdienst von Johnny Depp. Der Schauspieler war seit den Dreharbeiten zu Terry Gilliams Kultklassiker "Angst und Schrecken in Las Vegas" ein enger Freund Thompsons, und möchte diesen Film als eine Art letzte Würdigung des Gonzo-Journalisten verstanden wissen.

Und genau als solche Hommage funktioniert dieser kurzweilige Film besonders gut. Regisseur Bruce Robinson hat sich dabei angenehm weit von den wilden Phantasmagorien eines Terry Gilliam entfernt. Er setzt dagegen auf das lässige Flair von Vor-Ort-Aufnahmen und auf schwungvoll-schlagfertige Dialoge. "The Rum Diary" besitzt dadurch den wohligen Rhythmus von alkoholgetränkten karibischen Nächten. Mal frei, mal ungestüm aber immer flirrend mäandert der Film von Szene zu Szene, ohne jemals seinen eigentlichen Plot zu vertiefen.

Das ist verzeihbar bei einem Film, dem es - wie Hunter S. Thompson selbst - oft um den Glanz der Oberfläche ging. So ist dieser Gründungsmythos einer Reporterlegende ein recht humorvoll-entspannter Sommerspaß, der den - an Highlights bisher recht armen - Kinosommer bereichert.

USA 2011, Originaltitel: The Rum Diary, Regie: Bruce Robinson, Darsteller: Johnny Depp, Aaron Eckhart, Michael Rispoli, Amber Heard, Richard Jenkins, Giovanni Ribisi, Amaury Nolasco, Marshall Bell, Bill Smitrovich, ab 12 Jahren, 120 Minuten

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Mehr zum Thema bei dradio.de:
Willkommen in Puerto Rico! - In "Rum Diary" kommen Johnny-Depp-Fans voll auf ihre Kosten, (DKultur, Fazit)


 
 

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