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17.10.2007
In einer Szene des Films "Gefahr und Begierde" will die junge Studentin Wang Jiazhi (Tang Wei) die Gunst des skrupellosen Regierungsbeamten Yi (Tony Leung) gewinnen. (Bild: AP/Tobis) In einer Szene des Films "Gefahr und Begierde" will die junge Studentin Wang Jiazhi (Tang Wei) die Gunst des skrupellosen Regierungsbeamten Yi (Tony Leung) gewinnen. (Bild: AP/Tobis)

Leidenschaft und Politik

Neu im Kino: "Gefahr und Begierde", "Die drei Räuber", "Enttarnt"

Vorgestellt von Jörg Taszman

Der neue Film von Ang Lee "Gefahr und Begierde" spielt in der Zeit der japanischen Besetzung in Shanghai 1942. Der edle Spionage- und Liebesthriller erzählt eine Geschichte um Lust, sexuelle Gier und Abhängigkeit vor einem politischen Hintergrund, der die normalen bürgerlichen Regeln außer Kraft setzt.

Gefahr und Begierde
China/USA 2007, Regie: Ang Lee, Hauptdarsteller: Tony Leung, Joan Chen

Wie kaum ein anderer versteht es der in den USA lebende Taiwanese Ang Lee mit jedem seiner Filme zu überraschen und sich doch treu zu bleiben. Nach dem Martial Arts Film "Tiger and Dragon" und der Männerliebe im wilden Westen "Brokeback Mountain" hat Ang Lee nun erstmals in China gedreht.

Sein edler Spionage- und Liebesthriller spielt in der Zeit der japanischen Besetzung in Shanghai 1942. Eine junge Frau ist die eingeschleuste Geliebte eines hohen Geheimdienstbeamten und Kollaborateurs, den eine Widerstandsgruppe ermorden will. In einer langen Rückblende kehrt Ang Lee an den Anfang dieser Geschichte zurück, um dann in einem packenden, emotionalen wie hoch erotischen Finale alle Karten neu zu mischen.

"Gefahr und Begierde" ist in erster Linie eine Geschichte um Lust, sexuelle Gier und Abhängigkeit vor einem politischen Hintergrund, der die normalen, bürgerlichen Regeln außer Kraft setzt. Selten hat man im Kino so überzeugend den Ausbruch einer lange, unterdrückten Leidenschaft gesehen. Exzellente Hauptdarsteller wie Hongkongs Superstar Tony Leung ("In the Mood for Love") und die Neuentdeckung Tang Wei machen "Gefahr und Begierde" zu einem der herausragenden Filme des Jahres.

Die drei Räuber
Deutschland 2007, Regie: Hayo Freitag, Stimmen u.a. von Katharina Thalbach, Joachim Król, und Tomi Ungerer

Es ist nun 45 Jahre her, dass Tomi Ungerers Kinderbuchklassiker "Die drei Räuber" erschien. Dort wird ein kleines Mädchen von drei Räubern entführt, die gar nicht wissen, was sie mit der Kleinen anfangen sollen. Eigentlich müsste sie in ein Waisenhaus, behauptet aber die Tochter eines indischen Maharadschas zu sein und ermutigt die Räuber regelrecht, "Lösegold" zu fordern. Die Räuber fangen an, dieses Kind wirklich gern zu haben.

Nun ist "Die drei Räuber" verfilmt worden und mehr als nur ein Spaß für die ganz Kleinen. Die Story hat man verlängert und unglaublich liebevoll als altmodischen 2 D-Zeichentrickfilm umgesetzt. Als Erzähler führt Tomi Ungerer höchst persönlich in den Film ein, der mit seiner tiefen Stimme und seinem elsässisch-französisch gefärbtem Deutsch den lockeren, amüsanten Tonfall vorgibt.

Mit viel Wort- und Bildwitz haben die Macher um Regisseur Hayo Freitag ("Käptn Blaubär") einen Film für das Kind in uns gemacht, der wunderbar unterhält und vorzüglich synchronisiert wurde. So haben u.a. Joachim Król und Bela B. Felsenheimer die Räuber gesprochen, während Katharina Thalbach keifend, fauchend und sehr überzeugend die böse Tante spricht.

Und so kann man es sich im Kinosessel bequem machen, sich ganz der Räuberromantik hingeben und 75 kurzweilige Kinominuten lang richtig wohl fühlen.

Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene
USA 2007, Regie: Billy Ray, Hauptdarsteller: Chris Cooper, Ryan Phillippe

Gut gemachter, altmodischer Spionage-Thriller ohne Blut und Verfolgungsjagden um den Doppelagenten Robert Hanssen, der für den FBI arbeitete und die Russen spionierte. Eine Paraderolle für Chris Cooper, die ihm eine Oscar-Nominierung einbringen könnte. Als junger Ermittler Eric O' Neill, der Hanssen zu Fall bringt, überzeugt Ryan Philippe, der seinem Chef zunächst sehr zugetan ist, aber gezwungen wird, ihn langsam zu hintergehen und zu verraten. Das wird zu einer Belastung für seine junge Ehe. Am Ende beantwortet Eric O' Neill die Frage nach Karriere oder Privatleben sehr unkonventionell.


 
 

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