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08.10.2008
Der Schauspieler David Kross spielt in der Verfilmung von "Krabat" die Titelfigur. (Bild: Bavaria Film) Der Schauspieler David Kross spielt in der Verfilmung von "Krabat" die Titelfigur. (Bild: Bavaria Film)

Harry Potter aus der Lausitz

Neu im Kino: "Krabat" und " Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen"

Vorgestellt von Jörg Taszman

In "Krabat" geht es um einen Waisenjungen und schwarze Magie. Die phantastische Geschichte, die auf dem gleichnamigen Jugendbuchklassiker basiert, ist in der Lausitz angesiedelt. In "Le Silence de Lorna" erzählen die Brüder Dardennes von einer jungen Frau aus dem Kosovo, der es mit einem Schlepperring gelingt, nach Belgien zu kommen. Dort soll sie einen hohen Preis dafür zahlen.

Krabat
Deutschland 2007, Regie: Marco Kreuzpaintner, Hauptdarsteller: David Kross, Daniel Brühl, Christian Redl, ab zwölf Jahren

1646 in einem von Krieg und Pest zerstörtem Europa. Der junge Krabat streift mit zwei Freunden bettelnd durchs Land und hört eines Abends im Traum eine Stimme. Er begibt sich zu dem geheimnisvollen Müller und lernt dort zunächst die anderen Gesellen kennen. Er muss hart körperlich arbeiten, wird jedoch von einigen Treffen mit dem Meister ausgeschlossen. Langsam kommt Krabat dahinter, dass in der Mühle nicht nur Korn zu Mehl gemahlen wird, sondern auch ganz andere, geheimnisvolle Dinge geschehen.

Der eigentlich nach Hollywood abgewanderte erst 31-jährige Regisseur Marco Kreutzpaintner hat nach "Sommersturm" und "Trade" mit "Krabat" einen beeindruckenden Film abgeliefert. Vor allem die Schauspieler allen voran David Kross und Daniel Brühl können überzeugen.

Es braucht allerdings seine Zeit, bevor man sich als Zuschauer in diesen Film einfühlen kann. Zu sehr dominieren zu Beginn die Kostüme und Dekors. Bei den durchaus gelungenen Special Effects wäre manchmal aber weniger, mehr gewesen. Mit zunehmender Dauer von "Krabat" lässt man sich jedoch von der sehr guten Geschichte gefangen nehmen und hat am Ende einen sehenswerten Film aus Deutschland gesehen, der auch international Bestand haben wird.

Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen
Belgien / Frankreich / Deutschland 2008, Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne, Haupdarsteller: Arta Dobroshi, Jérémie Renier, ab zwölf Jahren

Die Brüder Dardennes sind die erfolgreichsten Filmemacher in der Geschichte des bedeutendsten A-Festivals der Welt: Cannes. So gewannen Jean-Pierre und Luc Dardennes mit "Rosetta" (1999) und "L'enfant" (2005) gleich zweimal die Goldene Palme und erhielten für "Le fils" (Der Sohn) und "Rosetta" den Preis für den Besten Hauptdarsteller bzw. die beste Hauptdarstellerin.

In diesem Jahr kam für "Le Silence de Lorna" noch der Jurypreis für das Beste Drehbuch hinzu. Der Film spielt in Lüttich und Lorna, eine junge Frau aus dem Kosovo hat nach einer Scheinheirat mit dem Junkie Claudie nun endlich den begehrten belgischen Pass erhalten. Nun soll sie im Auftrag des Schlepperrings, der auch sie einst nach Belgien brachte, einen Russen heiraten, der viel Geld dafür zahlt, im Westen bleiben zu können. Dafür müsste jedoch Claudie an einer Überdosis sterben ...

Arta Dobroshi verkörpert Lorna, eine ebenso starke wie eigensinnige Frau, die durch ihr Schweigen Claudie gefährdet und sich langsam gegen das Syndikat auflehnt, von dem sie abhängig ist. Lorna braucht Geld, viel Geld, um sich mit ihrem Freund Sokol endlich den Traum einer eigenen Snackbar zu ermöglichen. Wie immer sind die Figuren der Dardennes sozial verankert, die Darsteller beeindruckend und der Film unglaublich spannend. Kaum jemand stellt im heutigen europäischen Kino so einfache Fragen nach Schuld und Sühne, dem Wert von Arbeit und Geld und dreht dabei in schöner Regelmäßigkeit nachdenkliche und berührende Film wie die Dardennes.




 
 

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