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04.02.2012
Berlinale-Chef Dieter Kosslick gibt sich selbstbewusst. (Bild: AP) Berlinale-Chef Dieter Kosslick gibt sich selbstbewusst. (Bild: AP)

Faszination Berlinale - Faszination Kino

Gast: Dieter Kosslick, Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin

Moderation: Gisela Steinhauer

Am 9. Februar ist es soweit: Der rote Berlinale-Teppich wird ausgerollt und Stars und Sternchen verleihen der Hauptstadt einen Hauch von Hollywood und Glamour. Mittendrin ein Mann, der die zehn Festivaltage über unermüdlich wirbeln wird: der Berlinale-Chef Dieter Kosslick.

Der 63-jährige gebürtige Schwabe und Wahlberliner hat die Berlinale die vergangenen zehn Jahre geprägt, gerade ist sein Vertrag bis 2016 verlängert worden. Unter seiner Ägide wurden die Filmfestspiele zum weltweit größten Publikumsfestival, mit rund 300.000 verkauften Karten.

Doch zu dem Lob über den allgegenwärtigen Zampano und Zirkusdirektor, wie ihn viele nennen, mischt sich alljährlich auch Kritik: Über die Berlinale als "ewig drittes Festival" hinter Cannes und Venedig, die Abwesenheit der großen Stars, die ihre neuen Filme lieber an der Croisette oder am Lido präsentieren, über die biedere, ernste und wenig wagemutige Auswahl der Filme.

Das alles ficht den passionierten Yoga-Sportler nicht an:

"Welches Festival hat von seinen 20 Filmen denn 17, die großartig sind?",

pariert er gewohnt selbstbewusst. Außerdem seien allein sechs Filme der vergangenen Berlinale für die diesjährigen Oscars nominiert - das müsse ihm erst einmal nachmachen. Auch 2012 profiliere sich das Festival als Ort des Politischen:

"Das Programm hat viel mit Auf- und Umbrüchen zu tun, sowohl fiktional als auch dokumentarisch. Es geht darum, dass sich wirklich was verändert. Einige Dokumentarfilme haben wir zum Arabischen Frühling zusammengestellt. Vor fünf Jahren beschäftigten sich die Filme mit der Globalisierung, heute geht es um deren Folgen.

Der Eröffnungsfilm, das französische Revolutionsdrama 'Les Adieux à la Reine' mit Diane Kruger, zeigt die letzten 48 Stunden vor einer Weltrevolution, vor der Guillotinierung von Marie Antoinette. Ein Kostümfilm mit spannenden Vorgängen in einer Umbruchsituation.

Diese 48 Stunden sahen bei Mubarak - dessen erzwungener Rücktritt sich während der Berlinale jährt - vielleicht ähnlich aus. Diese Fragen ziehen sich sehr durch das Programm."


Und auch mit dem diesjährigen Programm will der Festivalchef wieder möglichst viele Menschen in die Filmtheater locken. Allen technischen Neuerungen zum Trotz ist für den begeisterten Cineasten das Kino als Erlebnisort unerreicht:

"Kino gibt es nur im Kino."

Faszination Berlinale - Faszination Kino
Darüber diskutiert Gisela Steinhauer gemeinsam mit dem Berlinale-Chef Dieter Kosslick. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 00800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@dradio.de und auf unserer Facebook-Seite.

Linktipp:
Homepage der Internationale Filmfestspiele Berlin


 
 

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Im Gespräch: Berlinale (1)

Sendezeit: 04.02.2012 09:05

Im Gespräch: Berlinale (2)

Sendezeit: 04.02.2012 10:05

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