Das Wagner-Jahr 2013 geht in wenigen Tagen seinem Höhepunkt entgegen, die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des Opernrevolutionärs stehen vor der Tür. Und Marek Janowski interpretiert im Gespräch eines der umstrittensten Werke Wagners: die "Meistersinger von Nürnberg".
"Was deutsch und echt ... ": Manch einer mag zusammenzucken, wenn er in der Aufführung einer Wagner-Oper ausnahmsweise einmal den Text versteht und erfährt, was der Bayreuther Meister seine Sänger so alles singen lässt. Werk und Wirkung Wagners sind ebensowenig voneinander zu trennen wie die wunderbaren Ws der Wagnerschen Stabreime - und oft genug wird das eine auf unzulässige Weise mit dem anderen vermischt. Darstellungen des nationalsozialistischen Deutschlands als "Meistersinger-Staat" (in bemühter Anlehnung an Eugen Kogons "SS-Staat") sind keine Seltenheit.
Auch wenn über Wagners abscheulichen Antisemitismus und die fragwürdigen Thesen seiner Spätschriften ebensowenig hinweggesehen werden kann wie über die - durch seine Erben bereitwillig unterstützte - Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus: Wagner schrieb sein Werk in einer anderen Zeit, in der vieles anders klang, als es heute klingt. Und insofern ist die nüchterne Auseinandersetzung mit seinem Werk, gerade auch unter dem Aspekt des Metiers, eine wichtige Stütze zum Verständnis des Phänomens Wagner.
Marek Janowski hat sich Wagners Werk in einer langen, traditionellen Kapellmeister-Laufbahn gründlich zu eigen gemacht. Seine Einspielung des Nibelungen-"Rings" mit der Staatskapelle Dresden aus den 1980er-Jahren gilt als Referenzaufnahme, und sein kürzlich abgeschlossener konzertanter Zyklus aller zehn großen Wagner-Opern mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin hat allenthalben höchstes Lob geerntet. So, wie Janowski am Dirigentenpult forschend-forsch zu Werke geht, so wird er seine Sicht auf die "Meistersinger" auch im Gespräch darstellen.
Beiträge zum Nachhören
Interpretationen
Gespräch Philipp Gessler - Dagmar Plum
Sendezeit: 30.12.2012, 16:33
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