Der Grünen-Politiker Reinhard Loske blickt differenziert auf Umwelt- und Klimapolitik der Nullerjahre zurück. Der Bremer Senator nennt als Beispiele einerseits den höheren Anteil der erneuerbaren Energien, andererseits aber auch den Rückgang von Naturräumen.
Loske sieht die Städte und Gemeinden als die entscheidungstragenden Akteure der Zukunft. Auf allen Ebenen müsse ein Kulturwandel ansetzen, der die Nachhaltigkeit und nicht mehr das Wachstum betone, sagte der Politiker von Bündnis 90/Die Grünen.
Zu den neuen Rahmenbedingungen, die die Politik setzen müsse, gehöre, dass eine konsequente Orientierung an dieser Nachhaltigkeit auf allen Ebenen stattfinde. "Die Städte und Gemeinden werden immer wichtiger. Dort läuft alles zusammen. Dort ist die Energie, Verkehr, die Siedlungsplanung, die Wasserwirtschaft, die Stoffstromwirtschaft, da sind entscheidende Schlüssel." Die Rolle der Städte werde immer wichtiger, denn hier wohne weltweit schon mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.
In der Klimaproblematik liefen wie in einem Brennglas viele Fehlentwicklungen der Weltwirtschaft und Weltpolitik zusammen, erklärte der Grünen-Politiker: "Der hohe Verbrauch fossiler Energien, von Kohle, Öl und Gas, natürlich auch die Zerstörung unserer Wälder und damit der biologischen Vielfalt (…), Rückgang der biologischen Diversifikation, Krieg ums Wasser." In vielen Bereichen sei die Gesellschaft an den Grenzen des Wachstums angekommen.
Das zurückliegende Jahrzehnt bilanzierte Loske widersprüchlich: "Es war ein Einerseits-Anderseits-Jahrzehnt." So sei der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung gewaltig gewachsen und die biologische Landwirtschaft habe sich mit ihren Produkten aus einer Nische in fast alle Supermärkte vorgearbeitet: "Oder wir haben auf der einen Seite einen rasanten Rückgang von wichtigen Naturräumen. Unsere nächsten Verwandten, die Orang Utans und die Gorillas, drohen auszusterben. Andererseits haben wir hier in Deutschland die Rückkehr von Arten, die wir lange Zeit für ausgestorben hielten."
Das vollständige Gespräch mit Reinhard Loske können Sie bis zum 31.5.2010 als
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