Der Islamwissenschaftler und Publizist Ralph Ghadban hat die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Ausbildung von Imamen und zur Einrichtung von islamwissenschaftlichen Instituten an staatlichen Universitäten in Deutschland begrüßt. Ghadban bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Integration von Muslimen.
Zugleich übte Ghadban, der als Dozent an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin arbeitet, jedoch Kritik: Das Votum des Wissenschaftsrates sei zweischneidig. Einerseits seien dessen Vorschläge positiv. Andererseits würden durch die empfohlene Einbindung des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland Inhalt und Zweck der Empfehlungen wieder zunichte gemacht. Ghadban wörtlich: "Wenn sie vorhaben, in den Beiräten, die über die Programme und Anstellungen entscheiden, dem Koordinierungsrat Entscheidungsmacht zu geben, dann ist diese Maßnahme sinnlos."
Wenn nämlich die muslimischen Organisationen, die "problematisch" seien, die nicht "auf dem Boden der deutschen Verfassung stehen und die Menschenrechte noch nicht akzeptieren" ein entscheidendes Wort mitzureden hätten, sei das Ziel verfehlt, einen toleranten Islam in den Schulen und an den Universitäten zu vermitteln.
Der Religionsunterricht an den Schulen sei ein im Grundgesetz festgeschriebenes Recht, so Ghadban. Darüber müsse die Chance genutzt werden, den Schülern einen "humanisierten Islam" vorzuleben, der, wie auch im christlichen Religionsunterricht, Aufgeschlossenheit lehre und die Hetze gegen andere Religionen verurteile.
Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 6.7.2010 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.
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